25 Jahre Forschungsjournal (Neue) Soziale Bewegungen

25 Jahre Forschungsjournal (Neue) Soziale Bewegungen

Es gibt wohl keine einzige Fachzeitschrift im Nachkriegs-Deutschland, die ein Vierteljahrhundert rein ehrenamtlich und ohne irgendeinen Förderer oder ein unterstützendes Institut durchgehalten hat. Diese  Ausnahmeerscheinung ist zumindest ein Grund, um die 25 Jahre kritischer Bewegungs- und Protest-Publizistik zu feiern. Die nie erfolgte institutionelle Absicherung des Forschungsjournals Soziale Bewegungen (FJSB) ist gleichzeitig ein Sinnbild für die notleidende empirische Protest- und Partizipationsforschung. Es gibt viel Protest, Engagement und Einsatz der Bürgerinnen und Bürger jenseits der etablierten Entscheidungszentren, aber nur wenig empirisch belastbares Wissen über deren Wirkungsradius, Handlungsmotive und Demokratiepotenzial. Die Rolle der „Zivilgesellschaft“ wird zwar immer wieder wortreich beschworen, für deren Entfaltung aber wenig bis nichts getan. Dabei ist es sehr erhellend, die Früchte des Protest-Einsatzes von Hunderttausenden in den vergangenen Jahrzehnten genauer anzuschauen und deren (in-)direkten Einfluss genauer zu taxieren.

Der Workshop „Erfolgreich Scheitern: Zur Chancen-Struktur einer europäischen Öffentlichkeit“ bietet die Möglichkeit, mit  Zeitschriften-Machern zu den Möglichkeiten und Grenzen einer Diskurs-Politik zu diskutieren.