Agriculture in Transition

Agriculture in Transition

Strategien für ökologische und faire Investitionen in der Landwirtschaft

Eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts besteht darin, globale Gerechtigkeit zu erreichen, ohne die ökologischen Grenzen des Planeten weiter zu überschreiten und die endlichen Ressourcen der Erde weiter zu übernutzen. Dafür ist eine grundlegende soziale und ökologische Umgestaltung der landwirtschaftlichen Produktion eine Schlüsselkomponente. So ist der Zusammenhang zwischen jahrzehntelanger intensiver Landwirtschaft,  Wasserverschmutzung, Bodendegradierung, der Zerstörung der biologischen Vielfalt, Hunger und ländlicher Armut längst in vielen Ländern der Welt zu beobachten.

Es scheint, als müssen zukunftsgerichtete Investitionen in die Landwirtschaft die Quadratur des Kreises schaffen. Bei geringerem Ressourcenverbrauch und weniger Umweltschäden müssen sich weltweit immer mehr Menschen ernähren können. Die heutige Realität der privaten und öffentlichen Investitionen im Agrarsektor hinterlässt aber einen anderen Eindruck: Visionen einer „biobasierten Wirtschaft“ vermitteln die unendliche Verfügbarkeit von „nachwachsenden Rohstoffen“, die alle durch die Landwirtschaft produziert werden können. Damit sind landwirtschaftliche Produkte nicht mehr nur als Nahrungs- und Futtermittel interessant, sondern auch als Substitut für all jene Sektoren, die von einer fossilen Produktionsweise zu einer sogenannten „biobasierten“ Ökonomie wandeln wollen. Bei abnehmender Produktivität der Landwirtschaft steigt die Nachfrage nach Agrarprodukten also drastisch an.

Damit ist klar, dass die Preise der landwirtschaftlichen Güter nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig steigen werden und der Agrarsektor, einschließlich der vor- und nachgelagerten Bereiche in das Zentrum des Interesses neuer (und alter) Investoren rückt. Ausländische, aber auch nationale Investitionen in Land, in intensive Tier- und Pflanzenproduktion und die Herstellung von Düngemitteln und Pestiziden sind nie lohnender gewesen als heute - was auch daran liegt, dass der größte Teil der ökologischen und sozialen Kosten noch immer nicht in die Produktionskosten einbezogen wird.

Mit dieser Konferenz möchten wir Sie einladen gemeinsam über politische Gestaltungsmöglichkeiten nachzudenken, um Investitionen in nachhaltige und gerechte Bahnen zu lenken. Welche Chancen und Probleme bringen marktbasierte Instrumente mit sich, die derzeit sowohl für den Erhalt der Biodiversität als auch für Bodendegradation diskutiert werden?

Und welche Art der agrarpolitischen Forschung wird benötigt, um soziale, technische und politische Innovationen zu ermöglichen, die den zukünftigen Herausforderungen gerecht werden? Darüber hinaus möchten wir  einen Überblick geben, wie sich die landwirtschaftlichen Investitionen seit der Trendwende der Agrarpreise 2005 entwickelt haben. Wer sind die großen Investoren und welchen Investitionsstrategien folgen sie?

Wir freuen uns auf anregende Diskussionen in einer internationalen Gruppe aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik, die im Vorfeld der Grünen Woche, kritisch und zukunftsgerichtet diskutiert.

Dokumentation:
Eine Dokumentation der Konferenz finden Sie hier.