Alles erste Sahne? Die Zukunft der Milchbauern in Deutschland

Alles erste Sahne? Die Zukunft der Milchbauern in Deutschland

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Der aktuelle Milchpreis ist so niedrig, dass Landwirte nicht einmal mehr ihre Produktionskosten decken können. Unter 25 Cent erhalten sie durchschnittlich für einen Liter Milch. Gerade einmal 50 Cent zahlt der Verbraucher im Geschäft. Damit ist ein Liter Milch billiger als ein Liter Mineralwasser. Ursache ist, dass mehr Milch produziert wird als in der EU verbraucht wird. Auch auf den internationalen Märkten sinkt die Nachfrage.

Die niedrigen Preise führen dazu, dass immer mehr Betriebe aufgeben. In den letzten dreißig Jahren ist die Zahl der Milchviehbetriebe um fast 80% gesunken. Dabei ist der Konsum von Milch eng mit den deutschen Ernährungsgewohnheiten verbunden. Über 100 Liter verbraucht ein durchschnittlicher Konsument pro Jahr als Milch, Käse, Joghurt oder Butter und die Haltung von Kühen prägt viele deutsche Landschaften.

Wie aber können die politischen Antworten aussehen, die die Milchbauern in Deutschland und Europa stärken? Welche Verantwortung trägt der Lebensmitteleinzelhandel und warum gibt es Molkereien, die Ihren Mitgliedern durchaus Preise zahlen können, mit denen diese gut wirtschaften können? Wie können Tier- und Verbraucherschutz und eine gute Wirtschaftsbasis für bäuerliche Betriebe effektiv verbunden werden? Und wir kann verhindert werden, dass eine stärkere Exportorientierung der europäischen Milchindustrie negative Auswirkungen auf die Milchwirtschaft in den Ländern des globalen Südens hat?

Diese Fragen diskutieren wir im Vorfeld der Grünen Woche mit Ihnen und unseren geladenen Experten.

Es diskutieren:

  • Johanna Böse-Hartje, Bund Deutscher Milchviehhalter
  • Franz-Martin Rausch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes des Lebensmitteleinzelhandels
  • Eckhard Engert, Unterabteilungsleiter der Abteilung Ländliche Räume – Absatzförderung Agrarmärkte des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Schlaglicht aus Indien von Kannaiyan Subramaniam (General Secretary of South Indian Coordination Committee of Farmers Movements)

Input zum Milchmarkt von Tobias Reichert (Germanwatch)

 

Für Nachfragen:
dewitz@boell.de