Amazonien unter Druck

Amazonien unter Druck

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Amazonien kehrt mit neuen Schreckensmeldungen in die internationalen Schlagzeilen zurück: Die Entwaldungsraten steigen wieder und die Regierung versteht sich zunehmend als Vollzieherin der Forderungen der Agrarlobby. So werden Schutzgebiete verkleinert, die Umweltbehörde geschwächt, die Mittel zur Unterstützung indigener Völker radikal zusammengestrichen. 

An diesem Abend bietet der brasilianische Geograph Mauricio Torres einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in Amazonen. Torres zeigt in seinen Arbeiten die Dynamik der illegalen Entwaldung in Amazonien auf. Seine zentrale These lautet, dass Entwaldung nach wie vor ein gutes Geschäft ist - wer den Wald beseitigt, wird zum Besitzer des Landes. Dabei wird die angestammte Bevölkerung rücksichtslos vertrieben. Auch aktuelle Ansätze der Entwicklungszusammenarbeit, die auf nachhaltige Waldnutzung setzen, haben die illegale Entwaldung nicht wirksam eindämmen können. Im Gegenteil: Maßnahmen zur Regelung der Landrechte in Amazonien haben illegale Landnahmen legitimiert. Dieser Prozess wird nun unter der Regierung Temer drastisch verstärkt. 

Torres arbeitet vorwiegend in der Tapajos Region, die durch die Staudammpläne der Regierung und den Widerstand der indigenen Völker ins Blickfeld geraten ist. Über seine wissenschaftliche Arbeit hinausgehend, ist Torres durch profunde und aufrüttelnde Reportagen über Amazonien bekannt geworden, die er zusammen mit der US-amerikanischen Journalistin Sue Branford für das renommierte Umweltportal Mongabay verfasst hat.  

Mit:

  • Mauricio Torres (Forscher und Gutachter – Brasilien)
  • Moderation: Thomas Fatheuer (FDCL/ehemaliger Leiter des Brasilienbüros der Heinrich-Böll-Stiftung)

Eine Kooperation von Heinrich-Böll-Stiftung und Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) mit: Forum Umwelt & Entwicklung/Dialogplattform Wald, Klima-Bündnis, KoBra.
Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und mit finanzieller Unterstützung der EU.

Information Heinrich-Böll-Stiftung:
Ines Thomssen, Projektbearbeitung, Lateinamerikareferat
E-Mail: thomssen@boell.de, Telefon +49(30)285 34 324

Information FDCL:
Jan Dunkhorst
E-Mail: jan.dunkhorst@fdcl.org, Telefon +49(30) 6934029