Diskussionsabend Mittwoch, 23. Mai 2018 in
Berlin

‘Armenien im Frühling’: vom politischen Erfolg friedlicher Massenproteste

Datum, Uhrzeit
Mittwoch, 23. Mai 2018, 19.00 Uhr – 20.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Seit dem 16. April, dem Vortag der Wahl des armenischen Premierministers, füllten sich die Straßen der Yerevaner Innenstadt mit Menschenmassen, welche unter dem Motto #MerzhirSerzhin (#reject Serzhin) Aktionen des zivilen Ungehorsam durchführten, um den amtierenden Premierminister Sersch Asati Sargisyan zum Rücktritt zu bewegen. Unter dem Druck anhaltender Proteste erklärte Sargisyan am 23. April seinen Rücktritt. Am 08. Mai wurde an seiner Stelle Oppositionsführer Paschinjan zum Regierungschef ernannt. Die gesellschaftlichen Umwälzungen, welche in der Republik Armenien aktuell stattfinden, können hierbei einen wichtigen Input zur Frage liefern, mit welchen Mitteln der wachsenden Anzahl "illegitimer Demokratien" begegnet werden kann.

Im ersten Teil des Abends wird der Sozialwissenschaftler David Leupold (Universität Michigan/USA) per Skype- Videointerviews politischen Aktivist*innen vor Ort die Stimme verleihen, um gemeinsam die schwierigen innen- und außenpolitischen Bedingungen der Protestbewegungen zu rekonstruieren und einen Blick in die nahe Zukunft des Landes zu wagen.

Im zweiten Teil des Abends wird die Doktorandin Tamar Khutsishvili (Kaukasusstudien, Schiller-Universität Jena) zu Wort kommen, welche im Rahmen ihres einjährigen Feldforschungsaufenthalts im Jahre 2015 das sozialpolitische Leben von Dorfgemeinden in Südarmenien intensiv vor Ort erforschte. Khustishvili, welche noch heute in regem Kontakt mit den armenischen Dorfgemeinden steht, wird das oben skizzierte Bild des urbanen
Protests mit einem seltenen Einblick in die gesellschaftliche Welt des politischen Widerstands im ländlichen Raum vervollständigen.


Die Veranstaltung wird realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin