Mittwoch, 13. März 2019 – Sonntag, 17. März 2019 /
Leipzig

"Auf dem Dienstwege"

Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung u. Deportation Leipziger Sinti und Roma

Urheber/in: Annett Seese. All rights reserved.
Datum, Uhrzeit
Mi., 13. März 2019, 11.00 Uhr  –
So., 17. März 2019, 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Veranstalter/in
Landesstiftung Sachsen (Weiterdenken)

Diese Ausstellung (Autorin: Annett Seese, Leipzig) zeigt Dokumente der rassistisch motivierten Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma in Leipzig. Sie geschah schrittweise und öffentlich. Die Erfassung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Polizei und Forschung - dem damaligen "Institut für Rassen und Völkerkunde" der Leipziger Universität.
Nach der Erfassung durften die Aufenthaltsorte nicht mehr verlassen werden, die Kleidung musste mit einem "Z" gekennzeichnet werden. Auf den Entzug der Wohnungen und Arbeitsmöglichkeiten erfolgten Internierungen. Von dort aus wurden die Sinti und Roma später ins KZ bzw. direkt in die Vernichtungslager deportiert. Die massenhafte Beteiligung am Völkermord fand seine Wege über die Gewohnheiten alltäglicher "Pflichterfüllung".
Denunziationen wurden als "Anfragen" oder "Beschwerden" deklariert. Das Vokabular der "Sachbearbeitung" bezeichnete Verwaltungsakte zur Deportation in Vernichtungslager. Die Bereitschaft dazu entstand weder plötzlich noch nahtlos. Sie erwuchs aus vielen Entscheidungen und diese wurden nicht unablässig mit rassistischen Schlagworten kommentiert. Die Ungeheuerlichkeiten offenbaren sich heute in den kleinen Schritten.

Die Ausstellung findet im Zusammenhang mit dem Symposium zur ehemaligen städtischen Arbeitsanstalt Riebeckstraße 63 statt.

AUSSTELLUNG: Riebeckstraße 63, 04317 Leipzig, 13.03. bis 17.03 11.00 bis 17.00 Uhr

Das ausführliche Programm zum Symposium: https://www.hsozkult.de/event/id/termine-39204