Lesekreis »Auf der Suche nach dem kritischen Bewußtsein«

Lesekreis »Auf der Suche nach dem kritischen Bewußtsein«

Lesekreis 3. Block | 4. Sitzung
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In diesem alle zwei Wochen stattfindenden Lesekreis setzen wir uns mit kritischen Texten auseinander, in denen die bestehende Gesellschaft als eine zu verändernde begriffen wird. Perspektiven der Befreiung zu finden und zu entwickeln ist dabei unser leitendes Motiv.

Fristet die radikale Gesellschaftskritik an den Universitäten und Schulen nur ein Schattendasein, soll sie in diesem Lesekreis im Mittelpunkt stehen. Alle sind eingeladen sich an dieser Suche zu beteiligen. Vorkenntnisse sind keine Voraussetzung – die Bereitschaft zu lesen und sich auseinanderzusetzen schon. Für einen leichteren und überschaubareren Zugang haben wir den Lesekreis in Blöcke a 4-5 Sitzungen eingeteilt.

Es können auch nur einzelnen Sitzungen besucht werden, aber da sich die Texte mitunter aufeinander beziehen, bietet es sich jedoch an, einen ganzen Block zu besuchen und dann am Liebsten immer wieder zu kommen.

 

Block "Kapitalismuskritik und Befreiung"

In diesem Block werden wir uns mit den ökonomischen Verhältnissen unserer Gesellschaft auseinandersetzen. Bestimmen sie doch im Wesentlichen unseren gesamten Stoffwechsel mit der Natur und die Dynamik der gesellschaftlichen Entwicklung. Da die kapitalistische Produktionsweise die gesamten gesellschaftlichen Verhältnisse strukturiert, empfiehlt es sich auch mit einer grundsätzlichen Kapitalismuskritik zu beginnen. Da der Lesekreis keinen Kapital-lektürekreis ersetzen kann, werden wir uns mit einen von Karl Marx selbst verfassten Einführungstext beschäftigen, um uns gemeinsam die Grundbegriffe seiner Kapitalismuskritik anzueignen.

Beginnen werden wir daher am 1. Juni mit dem Text »Lohn, Preis und Profit«, den Marx 1865 auf zwei Sitzungen des Generalrats der 1. Internationale (Internationale Arbeiter Assoziation) als Vortrag gehalten hat. Er setzt sich dabei zunächst mit verschiedenen verbreiteten Vorstellungen auseinander, die auch heutzutage immer noch vorhanden sind. Erst im weiteren Verlauf des Vortrags führt er seine eigenen Kategorien als Kritik daran ein. Als Einstieg ist dieser Text daher gut geeignet, auch wenn er keineswegs die Auseinandersetzung mit Marx Hauptwerk Das Kapital – Kritik der Politischen Ökonomie – ersetzen kann.

Weitergehen wird es am 15. Juni mit zwei Texten von Michael Heinrich, der neben seinem Hauptwerk „Die Wissenschaft vom Wert“ zahlreiche Einführungstexte und Bücher zu Marx geschrieben hat. Seinen Lexikonartikel zu „Kritik der Politischen Ökonomie“ beginnt er so: „Mit diesem Ausdruck bezeichnete Marx sein Vorhaben, durch eine Analyse der kapitalistischen Produktionsweise deren Funktionieren zu enthüllen und zugleich die ökonomische Wissenschaft, die für die Rechtfertigung dieser Produktionsweise von entscheidender Bedeutung ist, grundsätzlich zu kritisieren.“ Der zweite Text betrachtet die Finanzkrise nach Marx und beinhaltet ein gutes Gegengift zu verkürzter Kapitalismuskritik.

Nach einer Urlaubspause meinerseits geht es dann erst am 13. Juli weiter mit zwei Texten von Rainer Trampert, der über lange Zeit zusammen mit Thomas Ebermann den linken Flügel der Hamburger Grünen (bis zu ihrem Austritt 1990) mitgestaltet hat und neben verschiedenen Büchern seit langem immer wieder für die konkret schreibt. In den beiden Artikeln geht es um die Rolle von Deutschland in der innerimperialistischen Konkurrenz, in der EU und um den weltweiten Kampf um Rohstoffe.

Abschließen werden wir den Block am 27. Juli mit einem oft ausgeblendeten Blick auf den Reproduktionsbereich. Gabriele Winker, eine wichtige Theoretikerin und Aktivistin der Care Revolution Bewegung, betrachtet in ihrem gleichnamigen Text die „Krise der sozialen Reproduktion“ seit den 70igern und begründet darin die Bedeutung des Sorgebereichs für emanzipatorische politische Veränderungen.

 

mit: Micky Haque
 

Diese Veranstaltung wird realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.