Ausstellung „Verordnete Solidarität. Der Umgang mit "Fremden" in der DDR“

Ausstellung „Verordnete Solidarität. Der Umgang mit "Fremden" in der DDR“

Die Plakatausstellung „Verordnete Solidarität“ vom Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. zeigt die historischen Ursachen von Fremdenangst, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus in Ostdeutschland.

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) erklärte die Ideen des proletarischen Internationalismus, der Völkerfreundschaft und der antiimperialistischen Solidarität zur politischen Leitlinie. Außenpolitisch strebte die politische Führung nach diplomatischer Anerkennung und wirtschaftlichen Beziehungen. Innenpolitisch wurde der Bevölkerung der Aufenthalt von Ausländern als Solidaritätspolitik erklärt. Die Aufnahme von politischen Emigranten, ausländischen Studierenden und Arbeitern in die DDR erfolgte je nach politischer Notwendigkeit. Unter dem Motto der Solidarität sollten etwa zigtausende Vertragsarbeiter die Arbeitskräftesituation in der DDR verbessern.

Entgegen den offiziellen Parolen waren enge Kontakte zwischen In- und Ausländern nicht erwünscht. Sowohl die internationale Solidarität als auch die Asyl- und Ausländerpolitik der DDR bewegten sich im Spannungsfeld von ideologischem Anspruch und Realpolitik. Hinter der Fassade der Weltoffenheit herrschte gegenüber Fremden Misstrauen seitens der SED und ihrer Sicherheitsorgane auf der einen Seite und der Bevölkerung auf der anderen Seite. Mental waren in Politik und Gesellschaft die deutsche Nation und ihre tradierten Werte tiefer verwurzelt als der Internationalismus.

in Kooperation mit der Außenstelle Rostock des BStU

Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten: Di - Fr, 10 - 18 Uhr, Sa 10 - 17 Uhr

Ort: Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehem. U-Haft der Stasi, Hermannstr. 34b, Rostock