Film und Gespräch Freitag, 06. April 2018 in
Berlin

THE CLEANERS - Die digitale Müllabfuhr

Film & Diskussion (internes Screening)

Urheber/in: Internetredaktion hbs. All rights reserved.
Datum, Uhrzeit
Freitag, 06. April 2018, 20.00 Uhr – 22.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin

In seiner Lecture Performance "Die Müllabfuhr im Internet"  enthüllte der Regisseur Moritz Riesewieck 2016 in der Heinrich-Böll-Stiftung, was mit den Millionen Bildern von Gewalt und Pornographie passiert, die uns die sozialen Netzwerke nicht zumuten. Aus seinen Bildern und Recherchen entstand in zweijähriger Arbeit der Dokumentarfilm THE CLEANERS, der im Februar 2018 auf dem Sundance-Festival seine Premiere feierte und seitdem weltweit auf den wichtigsten Dokumentarfilmfestivals präsentiert wird.

THE CLEANERS enthüllt eine gigantische Schattenindustrie digitaler Zensur in Manila, dem weltweit größten Outsourcing-Standort für Content Moderation. Dort löschen zehntausende Menschen in zehn Stunden Schichten im Auftrag der großen Silicon Valley-Konzerne belastende Fotos und Videos von Facebook, YouTube, Twitter & Co. Komplexe Entscheidungen über Zensur oder Sichtbarkeit von Inhalten werden so an die Content Moderatoren outgesourct. Die Kriterien und Vorgaben, nach denen sie agieren, ist eines der am besten geschützten Geheimnisse des Silicon Valleys.

Die Grausamkeit und die kontinuierliche Belastung dieser traumatisierenden Arbeit verändert die Wahrnehmung und Persönlichkeit der Content Moderatoren. Doch damit nicht genug. Ihnen ist es verboten, über ihre Erfahrungen zu sprechen.Parallel zu den Geschichten von fünf Content Moderatoren erzählt der Film von den globalen Auswirkungen der Onlinezensur und zeigt wie Fake News und Hass durch die Sozialen Netzwerke verbreitet und verstärkt werden.

Die utopische Vision einer vernetzten globalen Internetgemeinde wird endgültig zum Alptraum, wenn hochrangige ehemalige Mitarbeiter der Sozialen Netzwerke Einblicke in die Funktionsweisen und Mechanismen der Plattformen geben. Durch gezielte Verstärkung und Vervielfältigung jeglicher Art von Emotionen, werden die Plattformen zu gefährlichen Brandbeschleunigern, die soziale, politische und gesellschaftliche Konflikte anheizen und die drohende Spaltung unserer Gesellschaft vorantreiben

Die Regisseure Hans Block und Moritz Riesewieck erzählen in ihrem Debutfilm vom Platzen des utopischen Traums der Sozialen Medien und stellen die drängende Frage nach den Grenzen des Einflusses von Facebook, YouTube, Twitter & Co auf uns und unsere Gesellschaften.

Internes Screening in Anwesenheit der Regisseure.

20.00 Uhr FILM

21.30 Uhr Gespräch mit den Regisseuren  Moritz Riesewieck und Hans Block

22.00 Uhr Ausklang

Eine Veranstaltung des c-base e.V. in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung

 

Veranstaltungsort:
c-base Spacestation
Rungestr. 20
10179 Berlin