Workshop Freitag, 14. Juni 2019 – Samstag, 15. Juni 2019 /
Düsseldorf

Demokratisch handeln!

Ein Training nach der Betzavta-Methode

CC0.
Datum, Uhrzeit
Fr., 14. Juni 2019, 17.00 Uhr  –
Sa., 15. Juni 2019, 18.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Landesstiftung Nordrhein-Westfalen
"Einmischung ist die einzige Möglichkeit, realistisch zu bleiben."
Dieser Leitsatz von Heinrich Böll ist heute aktueller als jemals zuvor. Denn die gesellschaftliche Stimmung ist aufgeheizt, fast jedes politische Thema scheint heute komplexer und komplizierter geworden zu sein, alte und vor allem liebgewonnene Gewissheiten, stehen heute zur Diskussion. "Einmischen" ist deswegen nicht so einfach: Worin sollen wir uns einmischen, wie sollen wir uns einmischen und vor allem: was machen wir mit den Positionen der anderen Menschen, wenn wir uns eingemischt haben?
Wenn wir unsere freiheitliche, offene und vor allem demokratische Gesellschaft erhalten und verbessern wollen, müssen wir lernen, freiheitlich, offen und demokratisch zu handeln, denn "Freiheit wird einem nicht geschenkt, sondern immer nur gewonnen" (Heinrich Böll).
Mit unserem Seminar "Demokratisch handeln!" wollen wir Menschen ermutigen und bestärken über die Schwächen und Stärken der Demokratie auf den drei Ebenen "Gesellschaft, Politik und persönliches Handeln" nachzudenken und zu reflektieren. Wir zeigen bewusst die Grenzen der Demokratie als Entscheidungsverfahren auf und machen so auf das Dilemma aufmerksam, das auch in Demokratien Konflikte nicht verdrängt, sondern ausgetragen werden müssen.
Wir konzentrieren uns dabei auf die beiden Schwerpunkte "Umgang mit Mehrheiten und Minderheiten" sowie "Repräsentanz und direkte Entscheidungen". Wir zeigen Alternativen zur klassischen Mehrheitsentscheidungen auf und wollen, so Menschen ermutigen, die Demokratie aktiv und kompetent mitzugestalten. Dabei orientieren wir uns an der "Konflikt-Dilemma-Methode" des "ADAM Institute for Democracy and Peace", das in Deutschland vor allem durch "Betzavta" bekannt ist.
Das hebräische Wort "Betzavta" bedeutet "miteinander". Es bezeichnet ein Trainingskonzept, durch das die Teilnehmenden sich erlebnisorientiert mit der Frage nach dem demokratischen Umgang in Konflikt- und Entscheidungssituationen auseinandersetzen.
Dem Training liegt ein Demokratieverständnis zugrunde, das allen Menschen das gleiche Recht auf Freiheit und Beteiligung gewährt. Auf dieser Basis werden in dem Training Fertigkeiten im Umgang mit Konflikten und Alltagsproblemen vermittelt, um diese auf der Basis gegenseitiger Anerkennung zu lösen.

UNSERE SEMINARVERSPRECHEN:
- Die Teilnehmenden kennen die Grundlagen der "Konflikt-Dilemma-Methode" des ADAM Instituts
- Die Teilnehmenden können ihr demokratisches Handeln auf den Ebenen "Gesellschaft, Politik und Mensch" kompetent selbst reflektieren
- Die Teilnehmenden verfügen über verschiedene Gruppenübungen, um die Grenzen von Entscheidungsprozessen in Gruppen sichtbar zu machen.

Das Training richtet sich besonders an Menschen, die in ihren beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeiten mit vielfältigen oder selbstorganisierten Gruppen zu tun haben und sich für gemeinsame und demokratische Entscheidungsprozesse einsetzen wollen. Weil Betzavta eine sprachbasierte Methode ist, ist der sichere Umgang mit der deutschen Sprache vorteilhaft.

Das Seminar wird von Dorothee Kuckhoff und Tine Grote geleitet. Dorothee Kuckhoff ist Leiterin eines Projekts zur Stärkung der persönlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen von Jugendlichen aus bildungsbenachteiligten Milieus im Ruhrgebiet. Sie treibt die Frage nach der Rolle von Mehrheiten bzw. gesellschaftlichen Positionen um und ob eine gerechte Teilhabe für alle möglich und überhaupt von allen gewünscht ist. Tine Grote arbeitet als Pädagogin und freiberufliche politische Bildnerin für Jugendliche und Erwachsene.

Das Seminar wird mit 12 Unterrichtsstunden für das Politikmanagement-Zertifikat der GreenCampus-Weiterbildungsakademie im Freien Bereich anerkannt. Es wird in Kooperation mit der kommunalpolitischen Vereinigung "Grüne Alternative in den Räten NRW (www.gar-nrw.de) durchgeführt.