Der benachteiligte Mensch als Wechselbalg?

Der benachteiligte Mensch als Wechselbalg?

Zur historischen Kontextualisierung des Diskurses um benachteiligte Gruppen zwischen Martin Luther, Hexenglauben und Alltag

Im Jubiläumsjahr der Reformation sind die Werke und Leistungen Martin Luthers
intensiv gewürdigt worden. Zugleich gab es auch sehr kritische Töne: War Martin
Luther ein Antisemit, Frauenfeind und ein Verfechter der Euthanasie? Solche Vorwürfe
wurden in den 1960er und 1970er Jahren erhoben, weil die Nationalsozialisten ihr
Euthanasieprogramm unter anderem mit einem Hinweis auf Luther legitimiert hatten.
Letzterer hatte die Tötung eines Wechselbalgs gefordert. Eine Kontextualisierung in
die Zeit von Magieglauben und aufkommender Hexenverfolgung soll nach dem
gesellschaftlichen Umgang mit Menschen mit besonderer Beeinträchtigung in der Frühen Neuzeit fragen und Luthers Haltung einordnen.

Mit
Dr. Katrin Moeller - Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Historisches Datenzentrum Sachsen-Anhalt, Universität Halle-Wittenberg

Ort
Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg, Raum 221, Ostflügel.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Ringvorlesung Inclusive Religions?!

Die Ringvorlesung steht allen Interessierten inner- und außerhalb der Universität Hamburg offen. Die Räumlichkeiten sind rollstuhl-zugänglich. Alle Vorträge werden von Schriftmittler_innen gedolmetscht.

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.