Der Mailänder Frauenbuchladen – ein Stück Frauengeschichte und ein lebendiger Ort der politischen Praxis

Der Mailänder Frauenbuchladen – ein Stück Frauengeschichte und ein lebendiger Ort der politischen Praxis

Interaktiver Vortragsabend mit Traudel Sattler

Traudel Sattler ist seit 1982 im Mailänder Frauenbuchladen aktiv. Der Buchladen wurde 1975 gegründet und entwickelte sich zu einem Zentrum der feministischen Zusammenhänge und Theoriebildung in Mailand und darüber hinaus. Die aktiven Frauen schufen einen lebendigen Diskussionszusammenhang, in dem sie die politische Praxis der Beziehung und des Begehrens entwickelten, sich kontinuierlich mit ihren Erfahrungen und den gesellschaftlichen Verhältnissen konfrontierten und ihre Erkenntnisse publizierten. Nach dem Beispiel einer Pariser Gruppe führten sie anfangs die Praxis des analysierenden Zuhörens in ihre Diskussionen ein, um ausgehend von individuellen Erfahrungen ein differentes Wollen und Wirken zu schaffen. Dieser Diskussionszusammenhang ist ein Raum von explizit neuer Denkproduktion, die das eigene Erleben in Sprache bringt, sodass die Erfahrungen und die Sprache nah beieinander bleiben und keine große Kluft entsteht, wie Traudel Sattler sagt.
Dieser Denkraum im Mailänder Frauenbuchladen besteht bis heute mit eigenen Publikationen, Veranstaltungen und Diskussionen fort.
Wir wollen mit Traudel Sattler darüber sprechen, was diesen Kontext so stabil und besonders macht, was wir daraus lernen und für unsere eigene feministische Praxis aufgreifen können.

Referentin:
Traudel Sattler
lebt und arbeitet seit 1982 in Mailand, wo sie an der Universität ihre Muttersprache vermittelt. Geplant war das zunächst nur für ein Jahr, doch dann entdeckte sie die Libreria delle donne, den dortigen Frauenbuchladen, einen wichtigen Ort der politischen Reflexion und Praxis, und blieb. Sie hat zahlreiche Texte zum Differenzdenken ins Deutsche übersetzt und ist Teil der Redaktion der online-Publikation via Dogana und der Webseite der Libreria. www.libreriadelledonne.it

Moderation:
Anna Hartmann
, Sozialwissenschaftlerin und politische Bildnerin, Mitbegründerin der Störenfrida Berlin und Mitglied im AK Frauenpolitische Bildung des Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung.

Veranstaltungsort:
Café Fincan, Altenbrakerstr. 26, 12051 Berlin (Neukölln)

Eine Veranstaltung des Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit der Störenfrida Berlin (www.stoerenfridaberlin.de).
Finanziert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.