Die Energiewende hängt am Geld! Von CO2-lastigen Anlagen zum aktiven Klimaschutz

Die Energiewende hängt am Geld! Von CO2-lastigen Anlagen zum aktiven Klimaschutz

Eine Erfolgsgeschichte aus der Divestment-Hauptstadt Berlin

Wie wird der Umstieg von CO2-lastigen, klimaschädlichen Anlagen hin zu klimafreundlichen Finanzanlagen möglich und warum ist das so dringend nötig?

Im Juli 2012 veröffentlichte das legandäre US-amerikanische Rock-Pop-Politmagazin "Rolling Stone" den Artikel „Global Warming's Terrifying New Math“ - Die erschreckende neue Rechnung der Klimaerwärmung: Wie gehen Klimabedrohung und Börsenbewertung der klassischen Energieunternehmen zusammen? Gar nicht! So brachte Bill McKibben das Spannungsverhältnis zwischen Finanzwelt und Klima-Bedrohung auf den Punkt. Dass er in der US-amerikanischen Öffentlichkeit damit in ein Wespennest stach, hatte er selbst nicht erwartet.

Plötzlich  bekamen die fondsfinanzierten und steinreichen US-Universitäten ein Problem mit ihren Studenten, die forderten, dass sie ihre Aktienanteile an Exxon, Peabody und Konsorten sofort abstoßen müssten. "Wenn es falsch ist, das Klima zu zerstören, dann ist es auch falsch, von dieser Zerstörung zu profitieren", argumentierten sie, "Ihr zerstört unsere Zukunft!" So war die Welt um eine neuartige Öko-Finanz-Bewegung reicher und um die Organisation 350.org Heute erringen hunderte von Divestment-Gruppen beinahe täglich Erfolge lokal wie global.

  • Wie gehören der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas und der Abzug von Finanzanteilen aus Kohle-, Öl- und Gasindustrie zusammen?
  • Was ist das Bestechende an der Botschaft der Divestment-Bewegung?

Anfang 2015 war der Begriff "Divestment" im Berliner Politbetrieb noch nahezu unbekannt.  Aber bereits am 23. Juni 2016 stimmten alle Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus - Grüne, Piraten, Linke, SPD und CDU - für den Abzug der Berliner Versorgungsrücklagen aus Unternehmen mit klimabelastenden Geschäftsmodellen. Wie und wer hat das geschafft?

Die Berliner Divestment-Gruppe "Fossil Free Berlin" investierte 500 Tage in eine phantasievolle Kampagne für den Ausstieg aus den klimabelastenden Anlagen des Landes Berlin. Mit Erfolg!Wie hat die Gruppe dies geschafft?  Läßt sich dieses Modell auf andere Städte/Kommunen übertragen? Wie organisiert man eine erfolgreiche Kampagne?

Hiervon berichten in diesem Workshop Mathias von Gemmingen und Christoph Meyer aus erster Hand. Gemeinsam mit den Teilnehmer*Innen gehen sie auch der Frage nach, wie das Klimaübereinkommen von Paris 2015 der Divestment-Bewegung zusätzlich Schub verleiht. Auch kritische Fragen kommen zur Diskussion: Was passiert nachdem Vattenfall die Braunkohlegruben südlich von Berlin abstößt und ein tschechischer Investor sie zum Spottpreis abkauft? Wer profitiert, wer verliert?

Mathias von Gemmingen, Mitarbeiter eines global operierenden Berliner Start-Up, kam zum Divestment-Engagement durch persönliche Erfahrungen mit Klimaveränderungen in Südafrika. Seit 2015 kümmert er sich als treibende Kraft um phantasievolle Aktionen und internationale PR bei Fossil Free Berlin.

Christoph Meyer, Dipl. Soz, hat als Tropenwald-Campaigner der Umweltorganisation Robin Wood die Kampagne für FSC-zertifizierte Gartenmöbel geleitet. Seit 2009 beschäftigt er sich mit internationaler Klimapolitik und mit Anpassung an den Klimawandel. Für Fossil Free Berlin engagiert er sich in der Berliner Politiklandschaft.

-Eintritt frei-

Anmeldung unter: lazova@bildungswerk-boell.de

Falls Sie Wünsche zur Barrierefreiheit haben geben Sie diese bitte an.

Die Veranstaltung wird mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin finanziert.