Tagung Samstag, 01. September 2018

Die Grenzen der Toleranz

Tolsax Konkret: Warum wir nicht mit Antidemokrat_innen reden müssen

Datum, Uhrzeit
Sa., 01. Sep 2018,
10.00 – 16.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Sprache
Deutsch
Teilnahmegebühren
Ticket Created with Sketch.
frei
Veranstalter/in
Landesstiftung Sachsen (Weiterdenken)

TolSax Konkret des Netzwerkes Tolerantes Sachsen
in Kooperation mit der Hochschule Mittweida | Fakultät Soziale Arbeit

 

 

Auf vielfältigen Ebenen platzieren rechte, antidemokratische Akteur_innen derzeit ihre Themen und Forderungen im politischen Diskurs. Mit ressentimentgeleiteten Narrativen schüren sie Ängste, um anschließend ihr völkisch-nationalistisches Programm als „Rettung“ zu inszenieren. Unter Berufung auf das Grundrecht der freien Meinungsäußerung versuchen sie, jegliche Kritik an rassistischen und anderen diskriminierenden Äußerungen und Handlungen als antidemokratisch zurückzuweisen.

Mit solchen Vorwürfen sind zunehmend auch zivilgesellschaftliche Organisationen in Sachsen konfrontiert. Um angemessen darauf reagieren zu können, braucht es eine Verständigung über die Grundsätze und Prinzipien der freiheitlichen Demokratie. Im Sinne einer streitbaren Demokratie beinhaltet dies auch die Frage nach den Grenzen der Toleranz und dem Umgang mit den Gegner_innen der offenen Gesellschaft.

Der Fachtag des Netzwerks Tolerantes Sachsen bietet im Vorfeld der Kommunal- und Landtagswahlen 2019 einen Rahmen zur Auseinandersetzung mit diesen Fragen. Nach einem Einführungsvortrag setzen sich die Teilnehmer_innen in drei parallelen Workshops mit antidemokratischen Argumentationsmustern und Kommunikationsstrategien zu den Themen Meinungsfreiheit, Menschenwürde und Demokratieverständnis auseinander. Dabei werden Argumente für die Verteidigung dieser Werte und gegen ihre Umdeutungen entwickelt.


ZIELGRUPPE

Der Fachtag richtet sich insbesondere an zivilgesellschaftliche Initiativen und Organisationen sowie an interessierte Einzelpersonen, die sich in Sachsen haupt- und ehrenamtlich für ein weltoffenes, diskriminierungsfreies und an den Menschenrechten orientiertes Zusammenleben einsetzen.


ANMELDUNG

Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 18. August 2018 per E-Mail an buero@tolerantes-sachsen.de oder unter der Telefonnummer 0177 466 06 51.


PROGRAMM

Tagesmoderation: Prof. Dr. Christoph Meyer | Hochschule Mittweida, Fakultät Soziale Arbeit

10 Uhr Ankunft und Anmeldung

10:15 Uhr Begrüßung durch Vertreter_innen des Sprecher_innenrats des Netzwerks Tolerantes Sachsen und der Hochschule Mittweida

10:30 Uhr Einführungsvortrag Meinungsdiktatur? PC-Diktatur? Lügenpresse?
Prof. Dr. Christoph Kopke | Hochschule für Wirtschaft und Recht, HWR Berlin

Die Angriffe der Antidemokrat_innen auf Demokratie und Meinungsfreiheit laufen oft unter der Behauptung, es handele sich bei den entsprechenden Interven-tionen von rechts um legitimen „Widerstand“ gegen angeblich bestehende „Denkverbote“, „political correctness“, „Tabus“ und „Meinungsdiktatur“…

Wie ist dieser Argumentation zu begegnen? Und warum muss unsere Toleranz Grenzen haben?                

Prof. Dr. Christoph Kopke lehrt Politikwissenschaft und Soziologie am Fachbereich Polizei und Sicherheits-management der Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin.

Anschließend Gelegenheit für Nachfragen und Statements aus dem Publikum.

12:00 Uhr Mittagsimbiss

13:00 Uhr Moderierte Workshops mit Input:

Meinungsfreiheit
Prof. Dr. Christoph Kopke |
Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin

Was beinhaltet das Grundrecht auf freie Meinungs-äußerung? Welchen Schranken unterliegt es? Und wie kann der Instrumentalisierung der Meinungsfreiheit durch antidemokratische Akteur_innen begegnet werden?

Nicht ohne meine Würde
Hannah Eitel | Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen

Was heißen Würde und Gleichheit für uns? Was bedeuten diese Begriffe rechtlich? Wie verletzt die AfD das Recht auf Würde und Gleichheit? Wie inszeniert die Partei sich als Kämpferin gegen Diskriminierung? Was sind Argumente dagegen? Und darüber hinaus: Was ist eine Politik der Würde und Gleichheit?

Demokratieverständnis
Dr. Robert Feustel | Friedrich-Schiller-Universität Jena – Institut für Soziologie

Was verstehen Antidemokrat_innen unter Demokratie? Welche Rolle spielt der Slogan „Wir sind das Volk“ in ihrer Argumentation? Was sind die Chancen und Gefahren der Forderung nach (mehr) direkter Demokratie?

15:30 Uhr Zusammenfassung und Ausklang

16:00 Uhr Ende der Veranstaltung

 

ANTIDISKIMINIERUNGSREGEL

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Veranstalter ist das Netzwerk Tolerantes Sachsen, vertreten durch die Sprecher_innen-Gruppe.

 

VERANSTALTUNGSORT

Hochschule Mittweida | Zentrum für Medien und Soziale Arbeit | Bahnhofstraße 15, Haus 39 | 09648 Mittweida

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich. Wenden Sie sich bei Rückfragen gerne an die Koordination.

Parkmöglichkeiten sind direkt an der Hochschule Mittweida vorhanden.

Bei Fragen zur Anreise, Reisegruppen und Fahrtkosten wenden Sie sich an die Koordination des Netzwerks Tolerantes Sachsen.

 

KONTAKT

Förderverein Tolerantes Sachsen e.V.
Koordination
Frank Schubert

Domplatz 5
04808 Wurzen
Tel:  03425 82 999 59
Mobil: 0177 466 06 51

E-Mail: buero@tolerantes-sachsen.de
Internet: https://www.tolerantes-sachsen.de

 

TOLSAX KONKRET
Eine Veranstaltung des Netzwerks Tolerantes Sachsen in Kooperation mit Hochschule Mittweida - Fakultät Soziale Arbeit und Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen.

Das Projekt wird gefördert von von der Sebastian Cobler Stiftung für Bürgerrechte sowie vom sächsischen Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“.

Weitere Informationen

  • Programm
  • Flyer