Lesung und Gespräch Dienstag, 19. Dezember 2017 in
Hannover

Diktatoren als Türsteher Europas

Wie die EU ihre Grenzen nach Afrika verlagert - Lesung mit Christian Jakob

Datum, Uhrzeit
Dienstag, 19. Dezember 2017, 19.00 Uhr
Veranstalter/in
Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen

Europa zieht seine Grenzen durch Afrika. Migrationskontrolle ist in der EU zu einer Frage von höchster innenpolitischer Bedeutung geworden. Mit Hochdruck baut die EU daher ihre Beziehungen zu den Regierungen auf dem afrikanischen Kontinent aus. Diese sollen ihre Bürger*innen daran hindern, nach Europa zu gelangen. Die EU bietet dafür Militär- und Wirtschaftshilfe in Milliardenhöhe. Sie arbeitet mit Regimen zusammen, die schwere Menschenrechtsverletzungen begehen, und bildet deren Polizei und Armeen aus. Die Bewegungsfreiheit in Afrika wird eingeschränkt, Entwicklungshilfe wird umgewidmet und an Bedingungen geknüpft: Wer Migrant*innen aufhält, bekommt dafür Geld. Am meisten profitieren ITUnternehmen sowie Rüstungs- und Sicherheitskonzerne in Europa.

Seit Jahren recherchiert Christian Jakob zusammen mit seiner Kollegin und Ko-Autorin Simone Schlindwein zu diesem Thema. Ihr Buch ist die erste umfassende Darstellung der neuen europäischen Afrikapolitik.

Christian Jakob, Jahrgang 1979, hat in Bremen und Mailand Soziologie, Volkswirtschaft und Philosophie studiert. In Berlin, Buenos Aires und Delhi studierte er Global Studies. Seit 2006 ist er Redakteur der taz, zuerst bei der taz Nord in Bremen, dann im taz1-Ressort in Berlin, seit 2014 ist er Reporter. Für seine Berichterstattung zur Asylpolitik wurde er 2015 für den Journalist*innenpreis „Der lange Atem“ nominiert.

Moderation: Thomas Heek, Flüchtlingsrat Niedersachsen

Veranstaltungsort: Kulturzentrum Pavillon Hannover e.V., Kleiner Saal | 19 Uhr

Veranstalter*innen: Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. | Röpkestr. 12 | 30173 Hannover | Tel: 0511 - 982460-30 | www.nds-fluerat.org

Afrikanischer Dachverband Norddeutschland e. V. | Göttinger Chaussee 115 | 30459 Hannover | Tel: 0511 - 2611 585 | www.adv-nord.org

Unterstützt und gefördert von: Eine-Welt-Promotor*Innen-Programm und vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V.