Doing Nerd. Dilettantisch Handeln, virtuos Abweichen, stoisch Heimsuchen!

Doing Nerd. Dilettantisch Handeln, virtuos Abweichen, stoisch Heimsuchen!

Transdisziplinäres Symposium

Längst redet man weniger vom nerdig SEIN, vielmehr HANDELT man nerdig (doing nerd). Was seit den fünfziger Jahren eine abwertende Beschimpfung für unsportliche, unmodische Streber war, wurde in den Nullerjahren zum selbstgewählten Attribut vieler Tüftler. Heute steht es für Personen, die ihre Fähigkeiten und Ausdauer nicht in verwertbaren „Best Practices“ stilisiert sehen wollen. Es ist der unspektakuläre Zugang des Fricklers und vielleicht eine Bastion leidenschaftlichen Wissens in unterschiedlichen Branchen und Gesellschaftsbereichen.

Vielleicht sind Nerds untote Künstlergelehrte aus einer Zeit vor Goethe und Schiller, als die Attribute dilettantisch und virtuos weder widersprüchlich noch anrüchig klangen? Repräsentieren Nerds jetzt „das Andere der Arbeit“ - eine Zuschreibung, die in unseren Regionen bisher auf die vermeintlich autonome künstlerische Produktion projiziert wurde? Und falls es Untote sind, warum suchen sie uns jetzt gerade heim?

Das Symposium steht im Kontext der NGBK-Ausstellung: Die Irregulären – Ökonomien des Abweichens. Begleitend erscheint das Glossar inflationärer Begriffe mit Beiträgen von Mercedes Bunz, Alice Creischer, Karin Harrasser, Christoph Menke, Wolfgang Müller, Gregor Kanitz, Nicole Karafyllis, Aino Korvensyrjä, Judith Siegmund, Christine Sun Kim, Kai van Eikels, Uwe Wirth u.a.

Die NGBK-Projektgruppe Die Irregulären – Ökonomien des Abweichens sind Anna Bromley,
Michael Fesca, Sara Hillnhütter, Eylem Sengezer und Olga von Schubert.