Bildungsreise Montag, 01. Juli 2019 – Freitag, 05. Juli 2019

Drei Länder, Zwei Räder, Ein Fluss (ausgebucht/Warteliste)

Regionalentwicklung, Natur- und Umweltschutz am Beispiel des Flusses Rur

Creator: Ulrich Steinsiepe. All rights reserved.
Datum, Uhrzeit
Mo., 01. Juli 2019, 10.00 Uhr  –
Fr., 05. Juli 2019, 16.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Landesstiftung Nordrhein-Westfalen
Der Fluss Rur - die "Eifel-Rur" - entspringt im belgischen Hochmoor, dem Hohen Venn, durchfließt malerisch die Seen und Felsen der Nordeifel und nimmt dann in der Börde-Ebene seinen Lauf durch das von Landwirtschaft und Energieproduktion geprägte Rheinische Braunkohlenrevier. Die Rur fließt dann über die niederländische Grenze bis Roermond. Hier mündet sie schließlich mit zwei Mündungsarmen in die Maas.

Auf dem Rur-Ufer-Radweg folgen wir dem Fluss über 180 Kilometer mit dem Fahrrad, überwiegend durch die ruhige und naturnahe Flussaue. Und wir queren drei auch in ihren Konzepten sehr unterschiedliche Naturschutzgebiete: Die offene Moorlandschaft des Naturparks Hohes Venn, den Nationalpark Eifel mit seinen Wäldern und den von Heide, Wald und Mooren geprägten Nationalpark De Meinweg.
In den fünf Tagen sind die drei Großschutzgebiete Thema, genauso wie das Wasser selbst. Flüsse sind Trinkwasserquellen und sie kennen keine Grenzen. Das macht den Schutz notwendig, aber auch kompliziert. Industrie und Landwirtschaft brauchen viel Wasser aber die Braunkohleindustrie pumpt es in riesigen Mengen ab, damit die Tagebaue nicht untergehen. Stauwerke halten das Wasser auf aber Lachs will flussaufwärts bis in den Oberlauf. Aufgrund dieser unterschiedlichen Bedarfe sind grenzüberschreitende, europäische Lösungen gefragt.
Die Rur durchfließt natürlich auch Geschichtsräume: Das Seminar nimmt einerseits Monschau in den Blick, die alte Tuchmacherstadt, und andererseits die Gegend zwischen Nideggen und Düren. Heinrich Böll ist hier oft spazieren gegangen und schrieb: "In dieser Landschaft hat es nachweislich die wenigsten Nazis gegeben und sie wurde von den deutschen Divisionen am härtesten bestraft". Die Schlacht um den Hürtgenwald tobte hier 1944/45. Ein zweiter Aspekt ist die Fluchthilfe, die viele Eifeler 1939 geleistet haben.

Auf dem Abschnitt zwischen Heimbach und Linnich begleitet uns die Rurtalbahn. In Absprache kann diese genutzt werden.

ZIELSETZUNG:
Die Teilnehmenden:
- lernen Ansätze, Erfahrungen und Perspektiven einer nachhaltigen Regionalentwicklung kennen
- lernen Voraussetzungen für bürgerschaftliches Engagement kennen
- erfahren wie Naturschutz, Tourismus, Landwirtschaft und Umweltschutz in einer Region vernetzt und erfolgreich agieren können
- entwickeln Möglichkeiten wie sich die Erkenntnisse auf andere Regionen übertragen lassen

ZIELGRUPPE:
- alle interessierten Bürgerinnen und Bürger
- Interessierte, die sich bürgerschaftlich engagieren möchten,
- Interessierte, die sich politisch bzw. beruflich mit nachhaltiger Regionalentwicklung beschäftigen,
- Mitglieder von Natur- und Umweltschutzinitiativen und -verbänden,
- Kommunal- und Regionalpolitiker*innen