Diskussion Mittwoch, 10. Mai 2017 in
Berlin

Entwicklungspolitische Diskussionstage 2017

Braucht Afrika einen Marshallplan? Chancen, Risiken und Herausforderungen einer Partnerschaft im Wandel

Datum, Uhrzeit
Mittwoch, 10. Mai 2017, 15.30 Uhr
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Teil der Reihe
Entwicklungspolitische Diskussionstage 2017

Im Januar 2017 veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ein Dialogangebot als Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Nachbarkontinent: Afrika und Europa – Neue Partnerschaft für Entwicklung, Frieden und Zukunft. Eckpunkte für einen Marshallplan mit Afrika.

Angefangen von wirtschaftlicher Entwicklung, über Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte, bis hin zu Frieden und Sicherheit wird eine Bandbreite an gesellschaftlichen Herausforderungen aufgegriffen. Die damit verfolgte ressortübergreifende Gesamtstrategie ist Teil des Afrikafokus der deutschen G20-Präsidentschaft und geht weit über das traditionelle Verständnis und die Zuständigkeiten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit hinaus.

Seit Veröffentlichung wird die Idee eines Marshallplans in Zivilgesellschaft und Politik kontrovers diskutiert. Viele Fragen bleiben offen: Handelt es sich tatsächlich um einen historischen Wendepunkt der Partnerschaft mit Afrika oder nur um alten Wein in neuen Schläuchen? Wofür braucht es eine strategische Neuausrichtung der Zusammenarbeit, wenn die Stoßrichtung bereits durch die Agenda 2063 der Afrikanischen Union vorgegeben ist? Wie können Handelsbeziehungen wirklich fair gestaltet werden, insbesondere bei einem starken Fokus auf die Privatwirtschaft? Ist es zu befürworten, ODA-Mittel auch zur Förderung und Absicherung von Privatinvestitionen einzusetzen? Fraglich bleibt auch, wer das Dialogangebot nutzen wird und inwiefern Vorschläge und Kritik in den politischen Prozess Eingang finden werden. Kann die verfolgte Strategie den angestrebten Paradigmenwechsel weg von einer Geber-Nehmer Mentalität hin zu einer gleichberechtigten Partnerschaft leisten?

Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit diese und weitere Fragen zur zukünftigen Ausgestaltung der Partnerschaft Deutschlands und Europas mit Afrika zu beleuchten und die Wirksamkeit eines „Marshallplans“ kritisch zu hinterfragen. 

Mit:

  • Dr. Stefan Oswald, Ministerialrat, Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit/BMZ
  • Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer, Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft e.V.
  • Dr. Ursula Schäfer-Preuss, Stellvertretende Vorsitzende, UN Women Nationales Komitee Deutschland
  • Abdou Rahime Diallo, Politikberater von Ministerien der Afrika-Karibik-Pazifik-Staaten beim Diaspora-Policy Institute/DPI
  • Dr. Barbara Sennholz-Weinhardt, Referentin für Wirtschaft und Globalisierung, Oxfam Deutschland e.V.

 

Hinweis: Die Veranstaltung wird als Livetream übertragen.

 

Ansprechpartner/in:
Joanna Barelkowska
E barelkowska@boell.de