Fachtagung Montag, 12. März 2018

Erwachsenenbildung als Teil der Berliner Bildungslandschaft

Fachtagung

Datum, Uhrzeit
Montag, 12. März 2018, 13.00 Uhr – 18.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Die allgemeine, politische und kulturelle Bildung für Erwachsene ist - neben der beruflichen Erwachsenenbildung - fester Bestandteil der Weiterbildung in Berlin. Die bunte Trägerlandschaft bestehend aus Volkshochschulen, öffentlichen und freien Trägern sowie parteinahen Einrichtungen jongliert seit Jahren flexibel mit den verschiedenen Förderprogrammen, -richtlinien und Finanzlöchern, inklusive prekärer Arbeitsbedingungen und begrenzter Planungssicherheit.

Gleichzeitig reagieren die Erwachsenenbildner*innen auf die gesellschaftlichen Anforderungen mit einer bemerkenswerten programmatischen Vielfalt und Professionalität.
Anders als in den meisten Bundesländern gibt es in Berlin bisher keine gesetzliche Regelung, finanzielle oder rechtliche Absicherung und Strukturierung in Form eines Weiterbildungsgesetzes. Nun wird laut Koalitionsvertrag ein solches auf den Weg gebracht. Es soll den "Einrichtungsbestand der staatlichen Einrichtungen der außerschulischen Bildungsarbeit sowie der allgemeinen Weiterbildung/ Erwachsenenbildung sichern und außerdem innovative Projekte und Programme freier und staatlicher Träger fördern".

Dieses positive Signal möchten wir mit dieser Fachtagung aufgreifen und einen Dialog der Akteur*innen der Erwachsenenbildung initiieren: Wir laden Vertreter*innen von Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Weiterbildungseinrichtungen zu einer Bestandsaufnahme ein und wollen mit Blick auf die Zukunft gemeinsam u.a. folgende Fragestellungen diskutieren:

Wo findet Erwachsenenbildung in Berlin statt?
Welche Ziele, Angebote und Arbeitsbedingungen benötigt eine gelingende Erwachsenenbildung?
Welche Finanzierungsmodelle gibt es?
Welche Strukturen können helfen, den Dialog der verschiedenen Akteur*innen zu verstetigen?
Wie ist der Blick der Nutzer*innen auf Arbeit der Erwachsenenbildungseinrichtungen?
Welche Erwartungen haben die unterschiedlichen Akteur*innen an ein Weiterbildungsgesetz?


Programm

13:00
Begrüßung

13:15
Vortrag: "Die Struktur der Erwachsenenbildungslandschaft in Berlin und ihre Situation"
(Prof. Dr. Aiga von Hippel, HU Berlin)

13:35
Kommentierungen, Diskussion

13:50
Vortrag: "Erfahrungen aus der politischen Bildung als Anregung für die Neu-Konstituierung der Erwachsenenbildung in Berlin?"

(Thomas Gill, LzpB)

14:10
Kommentierungen, Diskussion

14:25
Kaffeepause

14:45
Workshops:
1. Finanzierung: Volumen und Aufgaben öffentlicher Förderung der EB / WB
2. Bedingungen für gute Arbeit in der EB / WB
3. Organisation und (Vertretungs-)Strukturen der EB / WB
4. Lernende und Planende in der EB / WB

16:15
Imbiss

16:45
Eckpunkte für ein Weiterbildungsgesetz: Zusammenführung der Workshop-Ergebnisse - und Kommentierungen von Mitgliedern des Abgeordnetenhauses von Berlin

17:30
Diskussion der Ergebnisse / Eckpunkte mit StS Mark Rackles

18:30
Tagungsende

Workshop 1 "Finanzierung: Volumen und Aufgaben öffentlicher Förderung der Erwachsenenbildung / Weiterbildung"
Volumen und Aufgaben öffentlicher Förderung der Erwachsenenbildung / Weiterbildung
Die Finanzierung der Weiterbildung ist nicht einfach zu verstehen, da u.a. Mittel sowohl von verschiedenen Ministerien als auch auf Bundes-, Landes- oder Kommunalebene administriert werden. Diese werden als - oft geschrumpfte oder stagnierende - institutionelle Grundmittel, Drittmittel für sehr viele verschiedene Förderprogramme oder auch personenbezogene Gutscheinsysteme verausgabt. In dem Workshop wollen wir uns einen besseren Überblick über die Struktur und Entwicklung der Mittel verschaffen, wobei gesetzliche Mittel im Zentrum stehen werden. Mit Blick auf ein Weiterbildungsgesetz soll erörtert werden, was förderliche Fördermechanismen in Theorie und Praxis sein können. Am Beispiel anderer Bundesländer werden Vor- und Nachteile praxisbezogen diskutiert.
Mit:
Dr. Roman Jaich (ver.di)
Detlef Grote (Ministerium für Wissenschaft und Kultur Niedersachsen)
Susanne Roggenhofer (VHS Reinickendorf)
Moderation: Prof. Dr. Bernd Käpplinger (Justus-Liebig-Universität Gießen)

Workshop 2 "Bedingungen für gute Arbeit in der Erwachsenenbildung / Weiterbildung"
Qualitätsvolle Arbeit in der Erwachsenenbildung ist zielgruppenorientiert, pädagogisch versiert und inhaltlich fundiert. Dazu müssen eindeutige Vereinbarungen jeweils zwischen Auftraggebern, Anbieter-Einrichtungen, Bildungsarbeiter*innen und Teilnehmenden getroffen werden. Die Lehrenden müssen von ihnen geforderten Leistungen auf einer soliden
Einkommensbasis erbringen können.
Mit:
Monika Oels (GEW Berlin, FG Erwachsenenbildung),
Oliver Baumann-Gibbon (Kooperative Berlin),
Tanja Michalczyk (Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V.),
Dr. Maja Lasic, MdA
Moderation: Enrico Troebst (August Bebel Institut)

Workshop 3 "Organisation und (Vertretungs-)Strukturen der Erwachsenenbildung /Weiterbildung"
In vielen Bundesländern sind über das Weiterbildungsgesetz Gremien wie Beiräte oder Kuratorien für Weiterbildung eingeführt worden. Sie haben u.a. die Aufgabe, die Landespolitik im Bereich Weiterbildung zu beraten sowie Bildungseinrichtungen miteinander sowie mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen zu vernetzen. Wir wollen in diesem Workshop etwas über die Praxis der verschiedenen Vertretungsmodelle aus anderen Bundesländern erfahren und deren Vor- und Nachteile diskutieren.
Mit:
Ingrid Ambos (Deutsches Institut für Erwachsenenbildung)
Ulrike Enders (Geschäftsführerin der Landesbeirates für Weiterbildung Brandenburg / LISUM Referat 43 Qualifizierung / Weiterbildung)
Dr. Ulrich Raiser (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, II G Erwachsenen- und Grundbildung, Lebenslanges Lernen, außerschulische Bildung)
Moderation: Inga Börjesson (Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung)

Workshop 4 "Lernende und Planende in der Erwachsenenbildung/Weiterbildung"
Gesellschaftlicher Wandel, veränderte bildungspolitische Ziele und der Rückgang öffentlicher Förderung haben in den letzten 30 Jahren die Weiterbildungslandschaft stark verändert. Welche Bildungsinteressen verfolgen die derzeitigen Nutzer*innen von Erwachsenenbildungsangeboten? Welche potentiellen Zielgruppen erreichen wir hiermit nur unzureichend? Wie können wir durch veränderte Angebote, neue Konzepte der Teilnehmergewinnung oder veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen die soziale Schieflage korrigieren?
Mit:
Claudia Kulmus (Humboldt Universität zu Berlin)
Michael Weiß (Leiter des Amts für Weiterbildung und Kultur und VHS-Direktor im Bezirk Mitte)
Moderation: Cornelius Bechtler (BiwAK e.V.)

Anmeldung bis 28. Februar 2018 unter:

https://biwak-ev.de/seminaranmeldung.html oder:
anmeldung@august-bebel-institut.de »Veranstaltung I44«

Eine Kooperation von August Bebel Institut, Bildungswerk für Alternative Kommunalpolitik, Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung, Abteilung Erwachsenenbildung/Weiterbildung an der Humboldt-Universität zu Berlin, Abteilung Weiterbildung an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Berliner Volkshochschulen

Realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und Mitteln der Senatsverwaltung für Jugend, Bildung und Familie.