Europas gemeinsame Zukunft

Europas gemeinsame Zukunft

Internationale Konferenz

Die EU steckt nicht nur in einer fiskalischen Krise, sondern auch in einer Vertrauenskrise. Beide verstärken sich gegenseitig. Der Ausweg muss in einer Vertiefung der europäischen Integration gesucht werden. Aber „Mehr Europa“ klingt für viele Bürgerinnen und Bürgern nach politischer Zentralisierung, oktroyierten Sparprogrammen und Abbau von Sozialleistungen. Die andauernde Schuldenkrise, die national eingefärbten Kontroversen um nachhaltige Gegenstrategien und die sozialen Verwerfungen in den Krisenländern drohen nicht nur die Eurozone zu spalten, sondern gefährden auch das Projekt eines vereinigten Europa.

Kaum jemand hätte geglaubt, dass nationale Ressentiments in dieser Schärfe wieder aufbrechen könnten. Deutschlands Führungsrolle wird zugleich eingefordert und abgelehnt, sein Insistieren auf einer strikten Sparpolitik weithin als unsolidarisch und krisenverschärfend kritisiert.

Ohne eine breite öffentliche Debatte über Wege aus der Krise werden sich die Risse in der EU noch vergrößern. Das europäische Projekt kann nicht allein „von oben“ weitergeführt werden. Erst wenn die Bürgerinnen und Bürger über europäische Zukunftsfragen mitentscheiden können, werden sie Europa als ihre Angelegenheit erleben. Die Beschwörung, dass diese oder jene politische Entscheidung „alternativlos“ sei, ist schädlicher denn je.

Die Heinrich-Böll-Stiftung bietet ein Forum für eine europäische Debatte, die unterschiedliche Sichtweisen und Politikvorschläge herausarbeitet und eine Vielfalt von Stimmen zu Wort kommen lässt. Im Vordergrund steht dabei die Frage nach der zukünftigen Verfasstheit der EU. Wie müssen die strukturellen Reformen aussehen, die Europa aus der Krise führen? Wie können die ökonomischen Diskrepanzen innerhalb der Euro-Zone vermindert und nachhaltiges Wachstum gefördert werden? Was bedeutet die weitere Verlagerung von finanz- und wirtschaftspolitischen Kompetenzen auf die europäische Ebene für die demokratische Teilhabe von Bürger/innen und Parlamenten? Wie kann die EU in wichtigen Entscheidungskompetenzen gestärkt und zugleich die politische und kulturelle Vielfalt Europas bewahrt werden?

Unter anderem mit:

Karine Berger (Abgeordnete der Nationalversammlung, Parti socialiste, Paris)
Roger Bootle (Capital Economics, London)
Dejan Jovic (Chefanalyst und Sonderkoordinator im Büro des Präsidenten der Republik Kroatien, Zagreb)
Andreas Krautscheid (Bundesverband deutscher Banken, Berlin)
Aitor Tinoco i Girona (Bewegung Democracia Real Ya, Madrid)
Gesine Schwan (Humboldt-Viadrina School of Governance, Berlin)