Diskussion Dienstag, 13. Dezember 2016 in
Chemnitz

Europas neue Linke? Kritik und Perspektiven aus Spanien, Griechenland und der Türkei

Europasalon Chemnitz

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Datum, Uhrzeit
Dienstag, 13. Dezember 2016, 19.00 Uhr
Adresse
Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Teilnahmegebühren
Ticket Created with Sketch.
kostenfrei
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen - Weiterdenken

Ort: Aaltra · Bühne Nichts · Haus Arthur, Hohe Straße 33 · Chemnitz

Die politischen Systeme in Europa sind in Bewegung und das Projekt Europa muss neuen Zerreißproben standhalten. Phänomene wie die Schuldenkrise, die europäische Austeritätspolitik sowie veränderte Kräfteverhältnisse in internationalen Beziehungen haben linke Kräfte an Bedeutung gewinnen lassen, während die etablierten Parteien teilweise erodieren. Syriza in Griechenland, Podemos in Spanien und die Partei der Demokratische Völker in der Türkei fordern eine alternative Gesellschaftsordnung auf lokaler, nationaler und auch europäischer Ebene, befinden sich aber in unterschiedlichen Entwicklungsprozessen. Syriza trägt mittlerweile als Regierungspartei Verantwortung und sieht sich nicht nur durch die Zustimmung zu Sparauflagen der Troika aus EZB, Kommission und IWF, sondern auch durch ein Regierungsbündnis mit den rechtspopulistischen «Unabhängigen Griechen» mit ihrer Legitimität konfrontiert. Spanien wird nach über einem
halben Jahr ohne Regierung erneut von einer sehr geschwächten konservativen Partido Popular gelenkt. Die aus den Protesten gegen die europäische Sparpolitik entstandene Jungpartei Podemos wurde drittstärkste Kraft, gilt aber als gescheitert und muss sich Populismusvorwürfe gefallen lassen. Die prokurdische HDP hingegen boykottiert seit Verhaftungswellen in den eigenen Reihen die Arbeit des türkischen Parlaments und verschreibt sich dem Kampf um demokratische Grundwerte in einem zunehmend autoritäreren politischen Klima. Vor diesem Hintergrund widmet sich der Europasalon den Fragen: Wie können wir diese Bewegungen historisch vor dem Hintergrund der sozio-kulturellen und ökonomischen Veränderungsprozessen auf europäische Ebene verstehen? Worin bestehen die politischen Projekte der neuen Linken und worin sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennbar? Gibt es einen linken Populismus, wenn ja, wie funktioniert er? Und schließlich: Was ist die Bedeutung der neuen Linken für das Projekt Europa und was sind die potenziellen Erfolgsfaktoren für einen Wandel?

Wir diskutieren mit: Dr. Nurettin Alphan Tuncer, Politikwissenschaftler, Pedro Aranda, Mitglied und ehemaliger Pressesprecher der Podemos Berlin (via Skype), weiteren internationale Stimmen per Skype
Moderation: Micah Reethen
Der Veranstaltungsraum ist leider nicht barrierefrei zu erreichen. Bei Bedarf von Gebärdensprachdolmetscher_innen oder anderer Assistenzen bitte bis 5. Dezember an: info@weiterdenken.de.
Der Europasalon diskutiert weiter unter www.facebook.com/EuropasalonChemnitz