Film und Gespräch Donnerstag, 30. August 2018

Flucht(routen) aus Syrien

Kann man überhaupt in Deutschland ankommen?

Datum, Uhrzeit
Do., 30. Aug. 2018,
19:00  – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Der junge Syrer Ahmad Alzoubi erzählt in seiner bewegenden filmischen Dokumentation die Geschichte seiner Flucht nach Deutschland und was ihn auf diesen gefährlichen Weg gebracht hat. Wie geht es weiter, wenn das eigene Haus einer Ruine gleicht? Wenn in der Nähe der Schule, die Ahmad besucht, zahllose Menschen bei Bombenangriffen sterben? Wenn Kämpfer des sog. Islamischen Staats die Flüchtenden aufhalten oder der Motor des heillos überbesetzten Schlauchbootes nachts auf hoher See aussetzt?

Ahmad Alzoubi hat in der Medienwerkstatt Schlachthof Bremen aus den Aufnahmen, die er mit dem Mobiltelefon vor und während seiner Flucht gemacht hat, ein filmisches Dokument produziert. Dieses führt uns die Bedeutung von Krieg und Flucht für einen jungen Menschen vor Augen.

Zum anschließenden Filmgespräch ist der Filmemacher Ahmad Alzoubi anwesend. Neben seinen persönlichen Erlebnissen wird er über Fluchtursachen und die aktuelle Situation in Syrien sprechen.

Ausgehend von der Fluchtroute, die Ahmad genommen hat, diskutieren wir zusammen mit der Juristin Clara Bünger die Verschärfungen der EU-Migrationspolitik seit 2016. Als Koordinatorin der Refugee Law Clinics Abroad e.V. begleitete Clara Bünger die ankommenden Menschen auf Chios durch die rechtlichen Verwirrungen des Hotspots und des EU-Türkei Abkommens. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundestag verfolgt sie außerdem die bundes- und EU-weiten Rechtsverschärfungen. Diese reichen von neuen Grenzzäunen und der Kriminalisierung der Seenotrettung, über die Diskussionen um Dublin IV bis zur Einschränkung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte.

Moderiert wird die Diskussion von der Aktivistin und Bloggerin Lisa Groß. Sie schreibt für den Blog HarekAct! über die Situation innerhalb des Türkei-EU Grenzregimes, engagiert sich als Aktivistin beim AlarmPhone und ist Teil der neuen NGO Mare Liberum, die Menschenrechtsverletzungen in der Ägäis dokumentiert.

Eine Kooperation mit borderline-europe.

Realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin