Forum Bioethik

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Eizellspende im Ausland – Konsequenzen im Inland

Immer wieder nehmen Paare Angebote von Kliniken im Ausland wahr, um ihren Kinderwunsch mithilfe von Reproduktionstechnologien zu erfüllen, die in Deutschland verboten sind. Zu diesen gehört insbesondere die (anonyme) Eizellspende. Der Deutsche Ethikrat möchte mit seiner Veranstaltung die Probleme in den Blick nehmen, die aufgrund des sogenannten reproduktiven Reisens auftreten: für das Kind, das Paar, die Spenderin, für Ärzte und Beratungsfachkräfte. Im Fokus steht dabei die Situation der in Deutschland nach Eizellspende geborenen Kinder und ihrer Eltern.

Da in vielen der Länder, in welche die Kinderwunschpaare reisen, die Eizellspenderinnen anonym sind, wird den so gezeugten Kindern die Wahrnehmung ihres Recht auf Wissen um die eigene Herkunft verwehrt. Zwar können die Eltern ihr Kind über die Art seiner Entstehung aufklären, müssen ihm aber zugleich die Bürde der Anonymität auferlegen, was in psychosozialer Hinsicht hoch problematisch ist.

Zunächst soll es darum gehen, das Problem zu beschreiben und dabei über Motive, Erwartungen und Wissensstand der Kinderwunschpaare ebenso aufzuklären wie über die entstehenden Familienkonstellationen und die unterschiedlichen Haltungen zu Anonymität in verschiedenen Ländern, die Situation der Spenderinnen und die psychosozialen Konsequenzen für Paare und Kinder.

Im Anschluss daran möchte der Deutsche Ethikrat mit Expertinnen aus Ethnologie, Pädagogik, Philosophie und Rechtswissenschaft diskutieren. Im Mittelpunkt wird die Frage stehen, wie ein ethisch angemessener Umgang mit dem Faktum der durch Eizellspende im Ausland in Deutschland entstehenden Familienkonstellationen aussehen kann und welche Möglichkeiten es gibt, die Situation für die Familien innerhalb des gegebenen rechtlichen Rahmens zu verbessern.

 

Programm:

Begrüßung:

  • Peter Dabrock, Vorsitzender des Deutschen Ethikrates

Einführung:

  • Wolfram Henn, Deutscher Ethikrat
  • Petra Thorn, Deutscher Ethikrat

Reproduktives Reisen und die Herstellung von Verwandtschaft:

  • Michi Knecht, Universität Bremen

Lebensweltlicher Ansatz, individuelle Sicht der Problematik:

  • Birgit Mayer-Lewis, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Rückfragen aus dem Publikum

Streitgespräch: Der ethisch angemessene Umgang mit den bestehenden Problemen:

  • Susanne Lettow, Freie Universität Berlin
  • Andrea Büchler, Universität Zürich; Präsidentin der Nationalen Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin Bern (Schweiz)

Podiumsdiskussion:

  • Michi Knecht, Universität Bremen
  • Birgit Mayer-Lewis, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
  • Susanne Lettow, Freie Universität Berlin
  • Andrea Büchler, Universität Zürich; Präsidentin der Nationalen Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin Bern (Schweiz)

Diskussion

Moderation: Andreas Lob-Hüdepohl, Deutscher Ethikrat

 

Anmeldung erforderlich bis 15. März 2017.

Für Hörgeschädigte steht während der Veranstaltung eine Simultanmitschrift zur Verfügung.

Veranstaltungsort:
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Leibniz-Saal
Markgrafenstraße 38
Berlin