Vortrag Dienstag, 05. Dezember 2017 in
Cottbus

"Frauenfeindlicher Islam? Islamischer Feminismus!"

Die Dämonisierung der Anderen

Datum, Uhrzeit
Dienstag, 05. Dezember 2017, 18.00 Uhr
Adresse
Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Teilnahmegebühren
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Kostenfreie Teilnahme
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg

Die  aktuelle Debatte in Politik und Gesellschaft  über Flucht und Migration hat gezeigt, dass offener Rassismus (wieder) salonfähig ist. Es wird gegen  Muslime und Geflüchtete gehetzt und  ein Nationalismus propagiert, der zur Abschottung führt. Dazu kommt die Sehnsucht nach staatlicher Autorität und  einer homogenen „Gemeinschaft“, die Sicherheit verspricht. Die Debatten zeigen, wie groß in Europa die Bereitschaft ist, in Denk- und Handlungsweisen an rassistische Deutungs- und Urteilsmuster anzuschließen. Der „Dämonisierung des Anderen“ kommt hierbei eine wichtige Rolle zu. Personengruppen werden aufgrund ihres Glaubens, einer vermeintlichen Kultur oder Abstammung als “Andere“ konstruiert, abgewertet und ausgegrenzt. Neu ist das nicht. So werden langlebige Vorurteile des Antisemitismus oder wirkungsvolle rassistische-orientalische Bilder der Kolonialzeit aufgegriffen und instrumentalisiert. Die Angst vor „dem Anderen“ zu schüren,  ist ein nützliches Mittel, um die eigenen Vorrechte und Privilegien zu schützen, wenn die soziale Ordnung scheinbar ins Wanken gerät.

5.12.2017
"Frauenfeindlicher Islam? Islamischer Feminismus!"

Prof. Dr. Amir-Moazami und Projekt „Rights under the veil“ (Bellali & Chimera)

Prof. Dr. Amir-Moazami musste leider absagen, sie vertritt May Zeidani Yufanyi

Kaum eine gesellschaftliche Debatte im Kontext von Migration und Interkulturalität, die nicht die Geschlechterfrage als Gradmesser gelungener Integration aufwirft. Dabei wird die vermeintliche Frauenfeindlichkeit des Islam als Argument in Stellung gebracht, um Abschottung gegenüber Migration und Islam zu rechtfertigen. Doch ebenso wenig wie es "den Islam" gibt, kann von einheitlichen islamischen Geschlechterbildern die Rede sein. Mit der Sozialwissenschaftlerin May Zeidani Yufanyi sprechen wir über die Verbindung von Sexismus und Rassismus. Welche Funktionen haben Bilder eines frauenfeindlichen Islam und wie können sie entkräftet werden? Zusätzlich sprechen wir mit den Gründerinnen des transmedialen Projekts „Rights under the veil – Frauenrechte unter dem Schleier“. Sie zeigen, dass islamischer Feminismus kein Widerspruch in sich und ebenso vielfältig und lebendig ist wie die unterschiedlichen Lebensrealitäten vieler muslimischen Frauen in Deutschland und weltweit. Wie kann eine größere Sichtbarkeit für deren Positionen hergestellt und unterstützt werden?

May Zeidani Yufanyi ist Sozialwissenschaftlerin; in ihrer Arbeit beschäftigt sie sich u.a mit postkolonialen Migrationsgesellschaften in Europa, Asyl- und Migrationspolitik sowie Identitätsfindungsprozessen im Kontext von palästinensischen und israelischen Gesellschaften. Als Women of Colour, Migrantin und Palästinenserin spielen intersektionale Ansätze eine zentrale Rolle in ihrer Arbeit. Sie ist außerdem seit 2005 Aktivistin der „Karawane für die Rechte der MigrantInnen und Flüchtlinge“ und Mitglied von „The VOICE Refugee Forum“ seit 2007.

Johara Bellali und Roberta Chimera sind Initiatorinnen  der Initiative „Rights under the veil – Frauenrechte unter dem Schleier“

 

Veranstaltungsdatum:
Dienstag, 5.12.2017
18 Uhr

Veranstaltungsort:
Frauenzentrum,
Thiemstr. 55, 03050 Cottbus

 

Der Eintritt ist kostenfrei, eine Anmeldung (rechte Spalte) ist erforderlich.

Kontakt und Informationen:

Simone Klee/Birte Kaspers
klee@boell-brandenburg.de /kaspers@boell-brandenburg.de
Tel: 0331 200 578 16
www.boell-brandenburg.de

Die Veranstaltungsreihe ist Teil des Projektes CUCHA - Cultural Challenges – Fairness und Verantwortung für unsere Kommunen”. Sie findet in Kooperation mit der Stadt Cottbus statt und wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds kofinanziert.