Heinrich Böll - Die katholische Provokation

Heinrich Böll - Die katholische Provokation

Vortrag mit Prof.Dr.Dr.h.c. Walter Schmitz
Creator: Rene Böll. All rights reserved.

Ort: Haus der Kathedrale, Eingang Kanzleigässchen, Schloßstraße 24, Dresden

Heinrich Böll, Literaturnobelpreisträger des Jahres 1972, war durch sein Werk wie durch sein öffentliches auftreten der Repräsentant eines kirchenkritischen Katholizismus. Seine erfolgreichen Romane und Erzählungen führten oft genug ins katholische Milieu des "heiligen Köln" und stellten "unheilige" Aspekte vor. Der in der Kirche organisierte Glaube entspricht nicht dem Evangelium Jesu Christi - so der oft auch als satirisch gewendete Maßstab für Böll. Köln aber ist ihm dabei Modell für die katholisch geprägte "rheinische Republik". Kritik an einer Konfessionell drapierten Restauration verflicht sich allmählich mit der Suche nach einem anderen Deutschland. Damit entsteht auch eine Spannung zwischen der Verleugnung von Schuld und verantwortung für die Vergangenheit des Dritten Reiches und der Öffnung für die Welt, die erst in der Einsicht eigener Schuld gelingen kann. So verkörpert es Leni Pfeiffer, die subversive Madonna des Romans "Gruppenbild mit Dame", für den Böll u.a. den Literaturnobelpreis erhiehlt. Der 100. Geburtstag von Heinrich Böll gibt Anlass, vor biographischem Hintergrund auf die zentralen Werke Bölls und sein Verhältnis zur Religion zu blicken.

 

Prof.Dr.Dr.h.c. Walter Schmitz lehrt Neuere deutsche Literatur und Kulturgeschichte an der technischen Universität Dresden.

Die Veranstaltung findet statt in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie Bistum Dresden-Meißen.