Tagung Freitag, 27. Oktober 2017 in
Wurzen

Ignorieren, Protestieren, Verbieten

Was hilft gegen demokratiefeindliche Strukturen? (Fachtag)

Datum, Uhrzeit
Freitag, 27. Oktober 2017, 10.00 Uhr
Teilnahmegebühren
Ticket Created with Sketch.
Eintritt frei
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen - Weiterdenken
Teil der Reihe
Nach den Rechten sehen

Pegida, Neonazis, Reichsbürger – demokratiefeindliche Akteure und Akteurinnen treten in Sachsen immer wieder in Erscheinung. Ob mit Kundgebungen im öffentlichen Raum, durch gewalttätige Attacken, Hetze im Netz wie auf der Straße oder durch die Nichtanerkennung der Bundesrepublik.

Die rechten Umtriebe belasten die Menschen in Sachsen: Die Landtagsabgeordnete, die in ihrem - wieder einmal - zerstörten Bürgerbüro steht. Die engagierte Rentnerin, die für ihre Unterstützung Geflüchteter beschimpft wird. Die Mitarbeiterin im Einwohnermeldeamt, die einen Drohbrief aus dem „Deutschen Reich“ erhält. Die Journalistin, die nur noch mit Security-Begleitung über rechte Kundgebungen berichten kann. Den Polizisten, der zwischen Überstunden aufgerieben wird. Nicht zu sprechen von den 685 Betroffenen rechter und rassistischer Gewalt allein im letzten Jahr.

Demokratiefeindliche Aktivitäten bedrohen den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Streben nach einem offenen, toleranten Sachsen. Ein wirkungsvolles Engagement dagegen kann nur aus der Zusammenarbeit aller Bereiche der Gesellschaft entstehen. Der Fachtag möchte daher Vertreter_innen aus Politik, Polizei, Verwaltung und Zivilgesellschaft einladen, Perspektiven zum Umgang mit demokratiefeindlichen Aktivitäten auszutauschen und über gemeinsame Handlungsmöglichkeiten ins Gespräch zu kommen.

Nach einer Überblickspräsentation zu rechten Akteuren und Aktivitäten werden Expert_innen die Wirkung bisheriger Maßnahmen diskutieren und ein Schlaglicht auf das Phänomen Reichsbürger werfen. Anschließend wird es Gelegenheit geben, konkrete Probleme, Handlungsmöglichkeiten und -strategien an themenfokussierten Impulstischen mit den Expert_innen zu diskutieren.

Auf Ihre interessierte Teilnahme freuen sich die Sprecherinnen und Sprecher des Netzwerks Tolerantes Sachsen!


ZIELGRUPPE
Der Fachtag richtet sich insbesondere an Akteurinnen und Akteure der Kommunalverwaltung (Einwohnermeldeamt, Ordnungsamt, Standesamt) und öffentlichen Einrichtungen,  Gemeinwesenarbeit, (Lokal)Politiker_innen, zivilgesellschaftlich Engagierte und Multiplikator_innen der Jugend- und Erwachsenenbildung.


ANMELDUNG
Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 23. Oktober 2017 per E-Mail an koordination@tolerantes-sachsen.de oder unter der Telefonnummer 0178 / 544 58 07.

PROGRAMM

10:00 Uhr  Eröffnung und Grußwort
Petra Köpping | Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration

10:05 Uhr  Im Überblick – Dimensionen und Schwerpunkte rechter Aktivitäten in Sachsen
Präsentation des digitalen Atlas über rechte Strukturen
Steven Hummel | Netzwerk Tolerantes Sachsen

10:20 Uhr Was bringen Verbote?
Auswirkungen repressiver Maßnahmen auf rechte Strukturen und Aktivitäten aus Perspektive der Polizei
Maik Mainda | Leiter LKA Abteilung 5 Polizeilicher Staatsschutz / PTAZ
der Sächsischen Polizei

10:40 Uhr Rechten Umtrieben begegnen!
Einschätzungen zu repressiven und präventiven Maßnahmen aus Perspektive der Zivilgesellschaft
Stephan Conrad | Treibhaus e.V. Döbeln

11:00 Uhr Reichsbürger und die Verwaltung
Jan Rathje | Amadeu Antonio Stiftung

11:20 Uhr Mittagsimbiss

12:00 Uhr In Zukunft – Gemeinsam!
Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit demokratiefeindlichen Akteuren

Diskussion an Impulstischen: Die Experten stehen Ihnen an den Impulstischen mit Hintergrundinformationen, bei konkreten Fragen und Bedarfen Rede und Antwort.

  • // Reichsbürger und die Verwaltung – Erfahrungen und best practice // Impuls: Jan Rathje | Amadeu Antonio Stiftung
  • // Zum Umgang mit rechten Szenetreffpunkten // Impuls: Markus Kemper | MBT – Regionalbüro Mitte-Ost Kulturbüro Sachsen e.V.  und Steven Hummel | Engagierte Wissenschaft
  • // Verbote! – Und dann? - Was tun, wenn sich rechte Akteure nach Verboten umstrukturieren?// Impuls: N.N. | PTAZ der Sächsischen Polizei (angefragt) und Stephan Conrad | Treibhaus e.V. Döbeln

14:45 Uhr Zusammenfassung und Ausklang

15:00 Uhr Ende der Veranstaltung

 

ANTIDISKRIMINIERUNGSREGEL

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Veranstalter ist das Netzwerk Tolerantes Sachsen, vertreten durch die Sprecher*innen-Gruppe.


VERANSTALTUNGSORT

Plenarsaal | Stadthaus Wurzen | Friedrich-Ebert-Straße 2 | 04808 Wurzen
Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich. Wenden Sie sich bei Rückfragen gerne an die Koordination.
Parkmöglichkeiten sind direkt am Stadthaus Wurzen vorhanden.
Bei Fragen zur Anreise, Reisegruppen und Fahrtkosten wenden Sie sich an die Koordination des Netzwerks Tolerantes Sachsen.


KONTAKT

Förderverein Tolerantes Sachsen e.V.
Koordination Annegret Ode
Domplatz 5
04808 Wurzen
Tel: 0178 / 544 58 07
E-Mail: koordination@tolerantes-sachsen.de
Internet: www.tolerantes-sachsen.de

TOLSAX KONKRET 2017 | NACH DEN RECHTEN SEHEN

Eine Veranstaltungsreihe des Netzwerk Tolerantes Sachsen in Kooperation mit Weiterdenken – Heinrich Böll Stiftung Sachsen, dem Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. und vielen lokalen Initiativen