Workshop Sonntag, 06. November 2016 in
Chemnitz

Call for Applications: Erinnerung & Intervention

Akteur-Slot im Theatertreffen "Unentdeckte Nachbarn"

Urheber/in: stattmarketing.wordpress.com. Public Domain.
Datum, Uhrzeit
Sonntag, 06. November 2016, 10.00 Uhr
Adresse
Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Teilnahmegebühren
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kostenfrei
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen - Weiterdenken

Akteur-Slot in Chemnitz - „Fritz-Heckert-Gebiet“

Der Akteur-Slot bietet Raum, selbst an konkreten Formen der NSU-Aufarbeitung mit zu planen und zu wirken. Ein Input in Form einer Stadtführung erläutert, was an diesem Ort konkret passiert ist. Wer und was war Teil dieser Strukturen, was sind die Orte des Komplexes? Was bedeutet Erinnern? Und wie kann in Chemnitz die Auseinandersetzung mit den NSU-Verbrechen intensiviert und diskutiert werden? Mit welchem Format?
Wir werden gemeinsam konkret und vor Ort an Interventionen arbeiten, die Fakten, Wut, Trauer und Empathie mit den Opfern in den öffentlichen Raum tragen. Das Neue an diesem Akteur-Slot ist, dass die Diskussionen nicht mittels Worten und Papier geführt werden, sondern über künstlerische Interventionen am Ort von Verbrechen und Strukturen des NSU. Ziel ist, den Finger in die Wunde zu legen und etwas zu hinterlassen.
Geleitet wird der Workshop von den Künstlerinnen Stefanie Busch und Susanne Keichelt. Beide arbeiten künstlerisch zu gesellschaftpolitischen Themen und verbinden aktuelle Fragen mit künstlerischen Methoden.

Mit Inputs von:
Kathrin Krahl, Weiterdenken – HBS Sachsen: Erinnerungskultur als streitbarer Begriff - Wie Täterschaft erinnen?
Jane Viola Felber, Kulturbüro Sachsen e. V. & Dominik Intelmann, Stadtsoziologe: Chemnitz und der NSU-Komplex - eine Stadtführung

Der Akteur-Slot richtet sich an Personen aus Politik, Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft, Soziale Arbeit, Schule und Zivilgesellschaft – an alle Interessierten also, da gerade in der Vernetzung verschiedener Bereiche spannende Schnittstellen für eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex liegen.
max. Teilnehmerzahl: 15 Personen.
Nur mit vorheriger Anmeldung, bis zum 4.11. an: mbt.suedwest@kulturbuero-sachsen.de

Informationen zu den Künstlerinnen:

Susanne Keichel lebt und arbeitet als Künstlerin in Dresden und Leipzig. Sie ist Meisterschülerabsolventin der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. In ihren fotografischen Arbeiten formuliert sie häufig eine künstlerische Haltung in Bezug zum aktuellen gesellschaftlichen Diskurs. Auf der 56. Venedig-Biennale 2015 wurde ihre Arbeit „Fluchtlinien“ in der Ausstellung „Dispossession“ als Teil des offiziellen Rahmenprogramms ausgestellt. Die Arbeit schließt thematisch an die Arbeit ✻7.Oktober 1977, Alexandria; ✝ 1.Juli 2009, Dresden (ein Kommentar) an. In der Arbeit beschäftigt sie sich mit dem rassistischen Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini 2009 im Landgericht Dresden.

Stefanie Busch studierte Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Ihre Arbeiten sind eine Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen. Die Motive entnimmt sie dem subjektivem Bildarchiv, welches sie auf zahlreichen Reisen ins ehemalige Jugoslawien, in die USA oder Osteuropa fotografierte. Stefanie Busch zeigt ihre künstlerischen Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen.

Das ganze Theatertreffen "Unentdeckte Nachbarn": http://unentdeckte-nachbarn.de/