JESIDINNEN IM IRAK

JESIDINNEN IM IRAK

With Ash on Their Faces: Yezidi Women and the Islamic State

Lesung und Diskussion mit der Autorin Cathy Otten.
- Die Lesung findet auf Englisch statt -

Im August 2014 griff der „Islamische Staat“ im Norden des Irak die religiöse Minderheit der Jesid*innen an, richtete Männer hin und nahm Tausende von Frauen in Gefangenschaft.
Die britische Autorin Cathy Otten berichtet seit Jahren über diese ethnische und religiöse Minderheit. In ihrem neuen Buch erzählt sie die Geschichte von jesidischen Frauen, die in die Fänge des „Islamischen Staates“ geraten sind und von ihren mutigen Fluchtgeschichten. Das Buch wirft Licht auf das Erstarken des IS im Irak, die Schutzlosigkeit der Jesid*innen und den Mut, den die Frauen während ihrer Gefangenschaft bewiesen haben.

Ort: Literaturcafé Mathilde Ottensen, Kleine Rainstraße 11, Ottensen

CATHY OTTEN, Autorin und Journalistin, verfasste als Journalistin bereits Artikel für The Independent; Newsweek, TIME, Vogue, Politico, Monocle, The Guardian und The Telegraph.
Seit 2013 lebt Otten im kurdischen Norden des Irak. Sie berichtet über den Krieg mit dem „Islamischen Staat“, die Flüchtlingskrise und die politischen und sozialen Entwicklungen des Landes.

With Ash on Their Faces: Yezidi Women and the Islamic State
(Mit Asche im Gesicht: Jesidinnen und der Islamische Staat) - OR Books, 2017
Das Volk der Jesid*innen gibt es bereits seit mehreren Tausend Jahren. Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Gruppe von vielen Seiten bedroht. Der Mächtekampf im Nahen Osten setzt der Minderheit zu. Nach der US-Amerikanischen Invasion 2003 und den damit einhergehenden UN-Sanktionen brach insbesondere die wirtschaftliche Grundlage komplett zusammen.
Seit dem Erstarken des sog. Islamischen Staates bedroht dieser die Minderheit aus religiösen Gründen, deren größte Diasporagemeinschaft in Deutschland lebt. Der sog. IS beschreibt das Volk als „Heiden und Teufelsanbeter“, die „nicht berechtigt seien, im Kalifat zu leben“. Sie wären „weniger wert als Christen und eigentlich keine Menschen.“ Um sich vor Vergewaltigungen zu schützen, halten sie die Tradition aufmerksam, sich Asche ins Gesicht zu schmieren, um weniger attraktiv zu wirken.
Otten beschreibt in ihrem Buch die Reaktionen der Jesid*innen auf ihre bedrängte Situation, ihre Informationen recherchiert sie dabei selbst und vor Ort, wodurch sie selbst öfters in Lebensgefahr war. Einige der portraitierten Frauen konnten zu ihren Familien zurückkehren, Grund zum Optimismus ist dies jedoch nicht, denn die Integration der Frauen in den Alltag bleibt schwierig: „Auch wenn wir heiraten oder uns verlieben... es wird immer dieses kaputte Etwas in uns geben.“
"There are two constants in the modern history of genocides: they are recognized too late and their victims, particularly if they are women, are presented as passive sufferers.  Cathy Otten's important and morally urgent book tells the story of a on-going crime and a history of strength and resistance. Told with great care but with neither sentiment nor sensationalism, With Ash on the Faces, needs to be read by all those who care about justice -- and by those too occupied with global power to care"
- Lyndsey Stonebridge, Professor of Modern Literature & History at the University of East Anglia and author of the Judicial Imagination: Writing After Nuremberg.

In Kooperation mit Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen

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Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.