Podiumsdiskussion Donnerstag, 17. Mai 2018 in
Berlin

Klimarisikoversicherungen: Kluger Schachzug gegen die Folgen des Klimawandels oder falsches Versprechen?

Datum, Uhrzeit
Donnerstag, 17. Mai 2018, 09.30 Uhr – 13.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Teil der Reihe
Entwicklungspolitische Diskussionstage 2018

Immer häufiger kommt es zu klimabedingten Extremereignissen wie Dürren, Starkregen oder Wirbelstürmen. Die Münchner Rück, der größte Rückversicherer der Welt, beziffert den dadurch verursachten Schaden im Jahr 2017 auf 330 Milliarden Dollar – die zweithöchste Summe seit Beginn der Aufzeichnungen. Diese Schäden können in Industrieländern abgefedert werden, da unter anderem Versicherungen, etwa für den Agrarsektor, existieren. In Entwicklungsländern sind die Folgen jedoch oft verheerend, da Ernteausfälle komplette Existenzgrundlagen vernichten und Ressourcen zum Wiederaufbau fehlen. Um die betroffenen Bauern zu unterstützen, setzen Industriestaaten und internationale Geber seit dem G7-Gipfel 2015 verstärkt auf sogenannte Klimarisikoversicherungen. Ziel der G7-Initiative ist es, in den nächsten zwei Jahren 500 Millionen Menschen in den ärmsten Ländern gegen Klimaschäden zu versichern. Dies hat auch die Bundesregierung jüngst dazu veranlasst, einen Fond zur Weiterentwicklung von Klimarisikoversicherungen ins Leben zu rufen.

Klimarisikoversicherungen bleiben ein relativ neues Instrument im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels. Viele Konzepte befinden sich noch in der Erprobungsphase und eine Vielzahl an Fragen bleibt weiterhin unbeantwortet: Können Klimarisikoversicherungen die Nöte von Kleinbauern nach Extremereignissen wirksam lindern? Leisten sie auch längerfristig einen Beitrag zur Entwicklung des globalen Südens? Welche Finanzierungsmechanismen haben sich für Klimarisikoversicherungen bisher bewährt, welche Rahmenbedingungen sind dafür notwendig und wo besteht Nachholbedarf? Welche Rolle kommt hierbei den Staaten und der Versicherungsindustrie zu?

Diese und weitere Fragen diskutieren unsere Expert*innen auch anhand von konkreten Fallbeispielen und analysieren mit kritischem Blick die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Chancen und Risiken von Klimarisikoversicherungen.


Podiumsdiskussion mit:

  • Dr. Joachim Herbold, Experte für Agrarrisiken, Münchener Rückversicherung
  • Ulrich Hess, Komponenten Manager, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
  • Sabine Minninger, Referentin Internationale Klimapolitik, Brot für die Welt
  • David Kreuer, Helmholtz Centre for Environmental Research – UFZ, Department of Ecological Modelling

 

Veranstalter:
Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit SLE- Seminar für Ländliche Entwicklung der Humboldt-Universität zu Berlin

 

Information:
Joanna Barelkowska
Internationale Politik
Heinrich-Böll-Stiftung
E-Mail: barelkowska@boell.de
Telefon: +49 30 28534 306