Macht • Diskriminierung • Vorurteile?

Macht • Diskriminierung • Vorurteile?

Anti-Bias-Training in 3 Modulen

Anti-Bias-Ansätze in der pädagogischen Arbeit und der Begleitung von Bildungseinrichtungen zielen darauf, Schieflagen sichtbar zu machen und Diskriminierungen abzubauen. Das englische Wort „Bias“ bedeutet übersetzt „Voreingenommenheit“ oder auch „Einseitigkeit“.

Wurzeln hat Anti-Bias als pädagogischer Ansatz für Bildungsgerechtigkeit mit einem Schwerpunkt auf Kleinkindpädagogik in der US-amerikanischen social-justice-Bewegung (Louise Derman-Sparks u.a.). Er wurde vielfältig weiterentwickelt - Kinderwelten.net erstellte ein Konzept zur Praxisentwicklung in Kindergärten, südafrikanische PädagogInnen nutzten Anti-Bias in Südafrika um die „Apartheid in den Köpfen“ zu verändern und brachten ihre Erfahrungen nach  Deutschland, das anti-bias-netz setzte Schwerpunkte in Grundschule und Erwachsenenbildung.
Anti-Bias nimmt verschiedene Formen von Diskriminierung in den Blick und die vielschichtigen Verstrickungen (wie z.B. Gender, Klasse, sexuelle Lebensweise, Alter, rassialisierende Zuschreibungen, körperliche Gesundheit, usw.). Es wird die gesellschaftlichen Bewertung von Unterschieden betrachtet und beinhaltet die Auseinandersetzung mit struktureller Diskriminierung.

Ein Anti-Bias Seminar ist als Einstieg in eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit Diskriminierung zu verstehen und soll unterstützen, vorurteilsbewusstes Verhalten zu entwickeln.
Ziele des Trainings sind Menschen zu motivieren und zu befähigen, Diversität zu respektieren und Diskriminierung zu widerstehen.
Wir beginnen mit der Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung. Manche Übungen mögen einfach wirken, doch sie wirken nach: Fragen werden angestoßen, Verwirrung bleibt zurück und begleitet in den Alltag.

Elemente eines Trainings sind: Einander begegnen und miteinander ins Gespräch  kommen über: Wie erleben wir Diskriminierung? Welche Gefühle sind damit verbunden? Welche persönlichen Strategien haben wir im Umgang mit Diskriminierung entwickelt?  Dabei betrachten wir sowohl die Position als Diskriminierte*r als auch als Diskriminierende*r. Wie schärfen wir unsere Wahrnehmung für Ausgrenzung. Gerade weil vieles „normal“ und unumgänglich erscheint, ist es notwendig einen Blick für eigene Privilegien zu entwickeln. Dabei analysieren wir Strukturen von Dominanz und Unterdrückung, das Zusammenspiel privater und gesellschaftlicher Ebenen mit dem Ziel ins Handeln zu kommen und mit Veränderung zu beginnen: Ausgrenzende Strukturen benennen, uns gegen diskriminierende Verhaltensweisen zu wehren. Wo können wir uns einmischen und Veränderungen bewirken? Wie können wir Bündnisse initiieren?

Die Seminare sind keine Train-the-Trainer-Ausbildung. Manchmal begrenzt der Wunsch, die Übungen selber einsetzen zu wollen, die Möglichkeiten, sich zunächst als Mensch ganz auf die Erfahrungen einzulassen, die in den Übungen und Prozessen geteilt werden können.

Die Referentinnen Žaklina Mamutovič und Annette Kübler sind im Anti-Bias-Netz aktiv und haben den Ansatz für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen kontinuierlich weiterentwickelt.

Seminartermine (nur zusammen buchbar):
Fr-Sa 15.-16. September 2017, 10 bis 17 Uhr
Fr-Sa 13.-14. Oktober 2017, 10 bis 17 Uhr
Fr-Sa 17.-18. November 2017, 10 bis 17 Uhr

Kosten für alle drei Module: 240 Euro, ermäßigt 150 Euro (zahlbar nach Erhalt der Anmeldebestätigung)

Anmeldung bitte unter Angabe von Name, Adresse, Telefonnummer.

Anmeldungen bitte erst ab 8. Juni 2017.

Einzelne Module können nicht belegt werden. Wir nehmen nur Anmeldungen für alle drei Termine entgegen. Sollte trotzdem ein Termin versäumt werden, berechtigt dies nicht zur anteiligen Erstattung des Teilnahmebeitrags.

Es besteht die Möglichkeit, dass bei Bedarf Kinderbetreuung bezuschusst werden kann. Diese muss bitte selbst organisiert und die Höhe des Zuschusses mit Birgit Guth im Bildungswerk abgesprochen werden. Die Höhe des zur Vefügung stehenden Betrags ist begrenzt.

Weitere Infos:  www.anti-bias-netz.org/aktuelles

Dieser Workshop kann für das Politikmanagement-Zertifikat von GreenCampus der Heinrich Böll Stiftung mit 48 Unterrichtsstunden aus dem Bereich "Weitere Seminarangebote der Landesstiftungen" angerechnet werden (nicht-modulares Angebot).

Die Veranstaltung wird mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin realisiert.