Menschenrechte durchsetzen - Pazifismus oder militärische Intervention?

Menschenrechte durchsetzen - Pazifismus oder militärische Intervention?

Grüner Salon Paderborn
Taube Creator: CCO. All rights reserved.

Bisher hatte sich der ethisch oder religiös begründete Pazifsmus mit einer Militärpolitik auseinanderzusetzen, die Waffengewalt zur Selbstverteidigung propagierte, aber oft als Mittel der Machtpolitik von Nationen oder Bündnissen (NATO) missbrauchte. Und wenn Regierungen "gerechte" Gründe für ihre Kriege vorgaben, gelang es regelmäßig, diese als Ideologie oder Unwahrheit zu entlarven und nationale – oft ökonomische – Interessen als wirkliches Kriegsmotiv darzustellen. 

Diese bewährte ideologiekritische Argumentation stößt heute an ihre Grenzen, wenn Militäreinsätze glaubwürdig humanitär begründet und aus Menschenrechtsgründen gefordert werden. Kritisch zu fragen ist, ob militärische Interventionen, auch der Bundeswehr, mit humanitären Zielen nicht selbst wieder Menschenrechte verletzen; denn in der politisch militärischen Realität können auch edel gemeinte Einsätze in unvorstellbaren humanitären Katastrophen enden wie in Libyen.

Es muss diskutiert werden, ob eine pazifstische Argumentation grundsätzlich vereinbar ist mit der aktuellen militärischen Interventionsbereitschaft für Menschenrechte, auch über Forderungen wie Beteiligung des Parlaments oder UN-Mandat hinaus.

Statements und Diskussion mit
Winfried Nachtwei, Bündnis 90/Die Grünen, MdB 1994-2009, engagiert in der Friedensbewegung, heute proflierter Vertreter militärischer Gewalt zum Schutz von Menschenrechten

Ulrich Wohland, Aktivist der Friedensbewegung, Mitgründer und Mitarbeiter der "Werkstatt für gewaltfreie Aktion", hauptberuflich tätig für "OrKa – Organisierung & Kampagnen"

Veranstaltungsort:
KIM-Forum
Detmolder Str. 21
33102 Paderborn