Podiumsdiskussion Donnerstag, 03. Mai 2018 in
Berlin

Neue Kohle auf dem Balkan: Klimaschutz adé?

Bahnhof Oskova an der Kohlenwäsche. Ein beladener Kohlenzug.. Urheber/in: Herbert Ortner. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons License.
Datum, Uhrzeit
Donnerstag, 03. Mai 2018, 18.30 Uhr – 20.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Sprache
Deutsch
Englisch
Simultanübersetzung
Teilnahmegebühren
Ticket Created with Sketch.
frei
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Teil der Reihe
Europäischer Energiesalon
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Die Modernisierung der Energiewirtschaft in den Ländern des Westlichen Balkans ist mit komplexen Herausforderungen verbunden. Die technische Infrastruktur ist weitgehend veraltet. Globale Trends und der Kampf gegen den Klimawandel im Rahmen des Pariser Abkommens erfordern schnelle Reformschritte auf dem Weg zu einer Dekarbonisierung.

Die Länder der Region und die EU haben sich in der Europäischen Energiegemeinschaft zusammengeschlossen. Die schrittweise Anwendung des EU-Rechts und damit die Integration der Energiemärkte verbessert die Energiesicherheit in Europa, steigert die Attraktivität für Investitionen in die Modernisierung und trägt zur Einhaltung von Umwelt- und Klimazielen bei.

Auf der nationalen Ebene fehlen den Regierungen jedoch oft die Kompetenzen und Erfahrungen, um im Kontext der schwierigen sozioökonomischen Lage eine konsistente Reformagenda zu entwickeln und umzusetzen. Zudem kommen sie unter Druck oder sind gar überwiegend gesteuert von politischen und wirtschaftlichen Eliten. Deren starke kommerzielle Interessen oder Korruptionsschemata beuten natürliche Ressourcen aus und missachten Umweltstandards. Die Energiegemeinschaft erreicht dadurch wesentliche Ziele nicht, so etwa die Umsetzung der Richtlinie zur Emissionsreduzierung großer Verbrennungsanlagen, die laut Vertrag bis Ende 2017 verpflichtend gewesen wäre. Die Luftverschmutzung in einigen Städten mit Kraftwerken bleibt eine schwere Belastung für die Gesundheit der Menschen. Angesichts des chinesisch finanzierten Neubaus von Kohleblöcken wie in Tuzla scheint Klimaschutz und Nachhaltigkeit sogar vollends in den Hintergrund zu geraten.

Die geladenen Expertinnen und Aktivisten geben einen Einblick in die Entwicklungen in der Region. Welche sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen hat der Übergang zu einer dekarbonisierten Ökonomie auf dem Westlichen Balkan? Warum können trotz Klimaabkommen neue Kohlekraftwerke gebaut werden und welche Interessen stecken dahinter? Wie können die EU und führende Mitgliedsländer wie Deutschland ihre Dekarbonisierungsziele wirksamer mit der EU-Annäherungspolitik in der Nachbarschaft verknüpfen und die Verbindlichkeit der Energiegemeinschaft stärken?

Mit:

  • Denis Žiško, Centre for Ecology and Energy, Tuzla/ Bosnien-Herzegowina
  • Pippa Gallop, CEE Bankwatch, Zagreb
  • Dr. Dirk Buschle, Stellv. Direktor, Energy Community Sekretariat, Wien

Moderation: Jörg Haas, Heinrich-Böll-Stiftung

 

++++Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet.++++ 

 

Information:

Robert Sperfeld
Heinrich-Böll-Stiftung
Abt. Ost-/Südosteuropa
E. sperfeld@boell.de
T. +49 30 28534-363

Petra Zimmermann
Heinrich-Böll-Stiftung
Abt. Ost-/Südosteuropa
E. zimmermann@boell.de
T. +49 30 28534-365