Podiumsdiskussion Dienstag, 17. Oktober 2017 in
Berlin

"Das System NSU - Rassismus. Staat. Neonazis."

Datum, Uhrzeit
Dienstag, 17. Oktober 2017, 19.00 Uhr
Veranstalter/in
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Bald soll der sogeannte NSU-Prozeß in München nach über vier Jahren zu Ende gehen. Er wird gegen fünf Personen geführt, die angeklagt sind, an den (Mord)Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) beteiligt gewesen zu sein. Darunter waren neun Morde an migrantischen Kleinunternehmern, ein Mord an einer Polizistin, zwei Sprengstoffanschläge mit vielen Schwerverletzten und 15 Raubüberfälle.

Mit dem Plädoyer der Bundesanwaltschaft zeigt sich erneut, dass die staatliche Lesart und die offizielle Geschichtsschreibung über den NSU festgezurrt werden soll: Der NSU
habe nur aus drei Mitgliedern bestanden und staatliche Verstrickungen hätte es nicht gegeben. Angesichts der unzähligen Fragen, die über den größten Geheimdienstskandal der Nachkriegsgeschichte offen bleiben, angesichts der aktiven Vertuschungspolitik und der Missachtung der Opferfamilien, wollen wir das Verhältnis von gesellschaftlichem und strukturellen Rassismus, Staat und Neonazis unter die Lupe nehmen.

Wie konnte der NSU so lang morden? Wie viel ist ein Menschenleben angesichts des "Staatswohls" wert? Wer lügt und warum? Wir gehen davon aus, dass die Politik des NSU als Angriff auf die Gesellschaft der Vielen nicht zu Ende ist. Offensichtliche Fragen drängen sich ebenso auf wie die zur Schau getragene Straflosigkeit von Verantwortlichen in Verfassungsschutz und staatlich-politischen Entscheidungsstellen dazu auffordern, keinen Schlussstrich zu ziehen.

MIT JULIANE KARAKAYALI (NSU-TRIBUNAL) UND DIRK LAABS (JOURNALIST)

Die Themenreihe "Das System NSU" wird vom Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung und der IL Berlin organisiert.

Es ist keine Anmeldung nötig!

Realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin