Film und Gespräch Donnerstag, 11. Oktober 2018 in
Dresden

Pränataldiagnostik - Ethisches Dilemma oder Wissen als Chance?

Urheber/in: Kirsten Kofah. All rights reserved.
Datum, Uhrzeit
Do., 11. Okt. 2018,
19:45  – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Landesstiftung Sachsen (Weiterdenken)

Gibt es ein Recht auf Nichtwissen? Mit einem positiven Schwangerschaftstest beginnt für die meisten Frauen ein medizinisches Untersuchungs- und Diagnosekarussell, aus dem sie kaum aussteigen können. Hauptmotiv vieler Schwangerer ist der Wunsch nach Sicherheit. So folgt eine diagnostische Untersuchung der nächsten. Ziel der Pränataldiagnostik ist es, Normabweichungen und Behinderung beim Fötus zu finden. Mit der Suche nach Auffälligkeiten ist meist Abtreibung verbunden.

Doch wie selbstbestimmt kann die Entscheidung für oder gegen ein Kind mit möglicher Behinderung sein? Körperliche und geistige Leistungsfähigkeit gelten in unserer Gesellschaft als Voraussetzung für ein eigenständiges Leben. Dagegen ist der Blick auf Menschen mit Behinderung meist defizitorientiert. Sie werden häufig als Opfer, selten als unabhängig handelnde Personen wahrgenommen.

Pränataldiagnostik ist ein zwiespältiges Thema. Diesen Zwiespalt zeigt der Film "Wieder schwanger - und jetzt? Mein Familientagebuch" von Tabea Hosche. Die Filmemacherin begleitet ihre Familie seit mehreren Jahren mit der Kamera: den Alltag mit ihrer Tochter Uma, die mit einem seltenen Gendefekt geboren wurde, mit ihrer Tochter Ebba, die keine Behinderung hat, und mit ihrem Mann Lazlo. Eine dritte Schwangerschaft steht bevor und damit viele Ängste und Unsicherheiten. Kann ihnen die Pränataldiagnostik helfen oder verstärkt sie die Ohnmachtsgefühle eher? Was könnten sie als Familie tragen? Und wäre Abtreibung für sie denkbar?

Im Anschluss an den Film kommen wir mit Kritiker*innen und Befürworter*innen der Pränataldiagnostik ins Gespräch. Wir versuchen, die Zwiespältigkeit ein wenig aufzubrechen und den Zusammenhang zwischen Pränataldiagnostik und der Sicht auf Behinderung zu beleuchten.

Zeit: 11. Oktober 2018 um 19.45 Uhr
Ort: Programmkino Ost // Schandauer Straße 73 // Dresden
Mit:
Tabea Hosche // Journalistin und Filmemacherin
Dr. Anne-Katrin Olbrich //Psychologische Beraterin in der Schwangeren-, Ehe- und Lebensberatung bei der Stadtmission Dresden
Kirsten Achtelik // Autorin und Journalistin

Moderation: Gesine Wegner // Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dresden

Der Film von Tabea Hosche ist eine Produktion des MDR und wird am 14. Oktober 2018, 8.00 Uhr in der Reihe „Selbstbestimmt“ ausgestrahlt.