Russland auf dem Weg in die Isolation

Russland auf dem Weg in die Isolation

Diskussionsreihe "Russische Alternativen"


Die mit dem Ukraine-Konflikt verbundene innenpolitische Mobilisierung hat Russland verändert. Die Abgrenzung zum liberalen Westen ist zur tonangebenden Ideologie geworden. Die Medienlandschaft hat auch die letzten Reste ihrer einstigen Vielfalt verloren. Die Macht des Präsidenten wirkt unangreifbarer denn je, seine Popularität ist in bisher unerreichte Höhen gestiegen. Zwar muss die Wirtschaft mit den langsam spürbaren Folgen der internationalen Sanktionen zurechtkommen, aber eine Mehrheit der Bevölkerung ficht das, zumindest vorerst, nicht an.

Die Gesellschaft erscheint, Meinungsumfragen zufolge, in der Ukraine-Krise geeint wie nie zuvor seit dem Ende der Sowjetunion. Abweichende Meinungen finden kaum gesellschaftliche Resonanz und werden von vielen als Verrat „an den nationalen Interessen“ angesehen. Das Verhältnis Russlands zur EU und den USA verschlechtert  sich beinahe täglich. An die Stelle von Kooperation ist erneut Konfrontation getreten. Die einstige Idee einer strategischen Partnerschaft von Europa und Russland zur Modernisierung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wirkt wie aus einer anderen Zeit.

Sind diese Entwicklungen auf Dauer angelegt? Welche Brüche, welche Erneuerungspotenziale existieren in Russland? Wie kann, wie soll sich die EU gegenüber Putins Russland verhalten?
 

Die „Russischen Alternativen“ treten als Veranstaltungsreihe die Nachfolge der „Chodorkowski-Debatten“ an, die seit 2007 etwa halbjährlich in Moskau stattfanden. Hier suchten Vertreterinnen und Vertreter der demokratischen und liberalen Opposition, aus Think Tanks und Zivilgesellschaft Auswege aus der Stagnation. Wie die „Chodorkowski-Debatten“ werden auch die „Russischen Alternativen“ in Abständen in Berlin stattfinden, um über die innerrussischen Diskussionen zu informieren und eine deutsch-russische Gesprächsplattform zum kritischen Austausch über alternative Entwicklungswege zu bieten.

 

Begrüßung:

  • Gabriele Freitag, Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde

Podiumsdiskussion mit:

  • Lew Gudkow, Direktor des Lewada-Zentrums, Moskau
  • Maria Lipman, Moskau

Kommentare:

  • Andreas Schockenhoff, MdB, Stellv. Fraktionsvorsitzender CDU/CSU
  • Marieluise Beck, MdB, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss, Bündnis 90/Die Grünen, Berlin

Moderation:

  • Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

 

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO)
 

Hinweis: Die Veranstaltung wird als Livestream übertragen.


 

Information:    
Nina Happe
Projektmanagerin Ost- und Südosteuropa
Heinrich-Böll-Stiftung
E-Mail happe@boell.de  
Telefon 030 285 34 - 384