Diskussionsreihe Donnerstag, 20. September 2018 in
Berlin

Schafft zwei, drei, viele 1968

Lesekreis zur Frage der Emanzipation, 3. Sitzung

Datum, Uhrzeit
Donnerstag, 20. September 2018, 19.00 Uhr – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Das Jahr 1968 wird oft mit einer weltweiten Bewegung gegen den Imperialismus und insbesondere den Vietnamkrieg verknüpft, hauptsächlich getragen von Befreiungsbewegungen in der sogenannten 3. Welt und von Studierenden und Jugendlichen in den Metropolen. Da in den Metropolen die Bewegung hauptsächlich von der Jugend ausging, kam es hier zu einer Kulturrevolution gegen die alten Werte und Normen in vielen gesellschaftlichen Bereichen. "Emanzipation" wurde zu einer breiten Forderung überall. Der Begriff Emanzipation bezeichnet den Vorgang der Befreiung aus einem Abhängigkeitsverhältnis. Diese Befreiung kann sich auf einzelne Personen beziehen, aber auch auf Gruppen, die von anderen unterdrückt werden. In unserem Lesekreis wollen wir uns mit verschiedenen Emanzipationsbewegungen beschäftigen, die 1968 einen besonderen Schub bekommen haben. Gemeinsam hatten sie, dass sie alle das "Establishments" bzw. die versteinerten Verhältnisse ablehnten.

1) Inspiriert durch die weltweiten antikolonialen Befreiungsbewegungen und die in den 60iger Jahren entstandene schwarze Bürgerrechtsbewegung kam es vor allem in den USA zu einer starken militanten antirassistischen Bewegung, die trotz formaler Gleichheit die starke rassistische Diskriminierung anprangerte.

2) Sowohl in den USA, als auch in Westdeutschland begann in der 68er Bewegung eine starke Frauenbewegung, die sich selbst als zweite Frauenbewegung bezeichnete und den feministischen Kampf um Gleichberechtigung mit einer allgemeinen Emanzipation verknüpfte.

3) Durch die mit der sexuellen Revolution zunehmende Befreiung konnten Homosexuelle und Trans-Menschen offener auftreten und sich organisieren. Mit den Riots von Stonewall (1969), die nach fortwährenden schwulenfeindlichen Drangsalierungen seitens der Polizei in New York ausbrachen, begann eine starke weltweite Bewegung für sexuelle Selbstbestimmung und gegen alle homosexuellenfeindlichen Sondergesetze.

4) Da in vielen Ländern die Studierenden einen wichtigen Teil der Bewegung ausmachten, wurden überall auch die Strukturen und Verhältnisse an den Universitäten angegriffen. Es ging um Demokratisierung, Wissenschaftskritik und der Frage wie und für wen Bildung überhaupt organisiert werden sollte. Die antiautoritäre Erziehung war eng mit diesen Forderungen verknüpft.

Zu jedem dieser Bereiche wollen wir einen zentralen Text diskutieren und da dieser Lesekreis wöchentlich stattfinden wird, werden alle Texte nach erfolgter Anmeldung verschickt.

Termine: 06.09., 13.09., 20.09. und 27.09. - jeweils 19.00 - 21.30 Uhr

Die Anmeldung gilt für alle vier Abende. Wir wünschen uns eine kontinuierliche Teilnahme an allen Terminen.

Seminarleitung: Micky Haque

Diese Veranstaltung wird realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin