Gespräch Donnerstag, 19. April 2018 in
Berlin

Schlechte Aussichten für den Frieden? Kolumbien im Wahljahr.

Ein After-Work-Gespräch der Freundinnen und Freunde

Datum, Uhrzeit
Do., 19. Apr. 2018,
19:30  – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin

Kolumbien gilt vielen Europäerinnen und Europäern als die gute Nachricht der letzten Jahre schlechthin - konnte das Land doch den jahrzehntelang währenden Bürgerkrieg zumindest mit der größten Rebellengruppe beenden und in einen zukunftsweisenden Friedens- und Versöhnungsprozess eintreten. Das ist aber, betrachtet man die Entwicklungen vor Ort genauer, nur ein Teil der Wahrheit: Das Land ist, wie nicht zuletzt in dem zunächst im Volksentscheid gescheiterten Friedensabkommen sichtbar wurde, tief gespalten.

Aus den Parlamentswahlen Mitte März ist das rechtskonservative Demokratische Zentrum um Ex-Präsident Uribe als stärkste Partei hervorgegangen. Das behindert den ohnehin gefährdeten Friedensprozess zusätzlich, denn damit kann sich eine Partei als Wahlsieger betrachten, die die Umsetzung des Friedensabkommens mit den FARC-Rebellen konsequent boykottiert hat und gegen deren Führungsfigur Uribe aufgrund der Manipulation von Beweismitteln und der Unterstützung paramilitärischer Gruppen ermittelt wird. Auch die Verhandlungen mit dem ELN, der größten verbliebenen Rebellengruppe, lehnt sie ab.

Mit der Stärkung der Gegner des Friedensabkommens im Kongress ist eine effektive Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen wie Land- und politische Reformen in der kommenden Legislaturperiode unwahrscheinlich. Selbst wenn bei den Präsidentschaftswahlen im Mai ein Befürworter des Abkommens ins Amt gewählt werden sollte, wird es ihm schwerfallen, dort die erforderlichen Mehrheiten zu beschaffen. Wohin also steuert Kolumbien?

In diesem After-Work-Gespräch berichtet der Leiter des 2017 eröffneten Kolumbien-Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Bogotá, Florian Huber, von der aktuellen Lage und der Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung vor Ort – im Gespräch mit Evelyn Hartig aus dem Lateinamerika-Referat der Berliner Zentrale.

 

Information:
Ulrike Cichon
Koordinatorin Freundeskreis
Tel.:
030-28534112

E cichon@boell.de