Film und Gespräch Freitag, 22. Februar 2019 /
Berlin

»Sept 20 - Die katalanische Regierung unter spanischer Belagerung«

Film mit anschließender Diskussion mit Raul Zelik

Datum, Uhrzeit
Fr., 22. Febr. 2019,
19.00 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Der Dokumentarfilm ist eine sorgfältige Rekonstruktion der Ereignisse, die sich im katalanischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen, im Sitz der anti-kapitalistischen CUP-Partei und auf den Straßen von Barcelona am 20. September 2017, 10 Tage vor dem Unabhängigkeitsreferendum, abspielten .

An diesem Tag durchsuchte die Guardia Civil die Büros des Ministeriums und der CUP-Partei. Tausende von Bürgern, alarmiert durch soziale Netzwerke, versammelten sich spontan, um friedlich gegen das Eindringen in das demokratische Leben Kataloniens zu protestieren. Die Vorsitzenden der beiden großen Bürgerorganisationen ANC (Jordi Sánchez) und Òmnium Cultural (Jordi Cuixart), setzten für einen friedlichen Verlauf der Mobilisierungen, die 15 Stunden anhielten, ein. Seit dem 16.10.2017 sitzen sie in Untersuchungshaft und die Staatsanwaltschaft fordert für die beiden jeweils 17 Jahre Freiheitsentzug wegen Aufruhr.

Der Film präsentiert zahlreiche Aufnahmen und Zeugenaussagen, die eine solche Anklage widerlegen. Jaume Roures, Regisseur und Produzent des Werkes, glaubt, dass die zusammengestellten Bilder für die Verteidigung der Jordis verwendet werden könnten.

Originaltitel: „20-S“, Katalonien 2018. Regie: Jaume Roures, Drehbuch: Lluís Arcarazo, Prod: Mediapro, 58 min. (OmU Deutsch)

Trailer (Ohne Untertitel): "hier" (youtube)

Anschließend werden wir mit Raul Zelik über den Film und die aktuelle Situation in Katalonien sprechen.

Raul Zelik ist Politikwissenschaftler und arbeitet seit 1996 als freier Autor. 2009 wurde er zum Professor für internationale und vergleichende Politik an die Nationaluniversität Kolumbiens berufen, kehrte aus familiären Gründen jedoch 2013 nach Deutschland zurück. Mit den politischen Konflikten in Spanien beschäftigt sich Zelik seit Mitte der 1980er Jahre. 2007 veröffentlichte er den viel beachteten Baskenland-Roman Der bewaffnete Freund (Blumenbar, Berlin); sein Sachbuch Continuidad o Ruptura (Capitán Swing, Madrid), das die neuen sozialen und politischen Bewegungen auf der iberischen Halbinsel analysiert, wurde auch in Spanien viel diskutiert. Der Autor begleitete die Gründung der spanischen Linkspartei Podemos und der offenen kommunalen Listen ab 2014 aus nächster Nähe und gilt als einer der besten Kenner der Nationalitätenkonflikte Spaniens im deutschsprachigen Raum.


Anmeldung: "hier" (eventbrite)

Eine Kooperationsveranstaltung mit ANC-Berlin.

Realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.