Lauter!Stärker!Weiter!

Lauter!Stärker!Weiter!

Netzwerktagung Geschlechterdemokratie
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Die Wahl von Donald Trump und seiner sexistischen politischen Agenda, die Anti-⁠Gender-⁠Politik der nationalkonservativen polnischen Regierung, der Gesetzesentwurf der Türkei zur Legalisierung sexueller Übergriffe, der jährliche, politisch unterstützte Marsch der sogenannten „Lebensschützer“ in Annaberg-⁠Buchholz zeigen: Der Anti-⁠Feminismus wächst – aber auch die Gegenwehr.
So trifft Trump auf die Women's Marches, die polnische Regierung muss sich den Czarny-⁠Protesten beugen, in der Türkei stellen sich Feministinnen unter großer persönlicher Gefahr der patriarchalen Diktatur in den Weg und im Erzgebirge wird lautstark für das Recht auf Selbstbestimmung protestiert. Selbst im konservativen  Sachsen blüht mancherorts die feministische Szene auf: Konzerte, politische Vortragsreihen, Ausstellungen und
Lesezirkel widmen sich der Eroberung und der Verteidigung des Rechts auf körperliche, politische und gesellschaftliche Selbstbestimmung.

Unsere Tagung wirft mit Vorträgen und Workshops einen genaueren Blick auf internationale, nationale und lokale Bewegungen und erfolgreiche Politik. Wer ist wo und wie aktiv? Was können wir für die eigenen Arbeit ableiten? Wo liegen blinde Flecken und braucht es neue Bündnisse?
Wir wollen (queer-⁠)feministisch aktive und (neu-⁠)interessierte Menschen vernetzen, uns von guten Beispielen inspirieren lassen und zusammen planen, wie der Protest politisch wirksam werden kann und die Geschlechterdemokratie auch in Sachsen vorankommt.

Ort: riesa efau , Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden

Die Netzwerktagung ist eine  Veranstaltung von Weiterdenken -⁠ Heinrich-⁠Böll-⁠Stiftung in Kooperation mit der Landesstelle für Frauenbildung und Projektberatung in Sachsen.

Anmeldungen bis 20. Oktober über: anmeldung-tagung@weiterdenken.de
Bitte nennen Sie uns in der Anmeldung für unsere weitere Planung auch
- ein spezifisches Interesse an den  Tagungsthemen,
- den präferierten Workshop und ob
- eine Übersetzung (englisch/deutsch oder deutsch/englisch),

- eine Assistenz bezüglich der Barrierefreiheit oder
- Kinderbetreuung benötigt wird.
 

Der erste Tagungsteil ist komplett barrrierefrei für Rollstuhlfahrer_innen, der zweite Teil ist es tweilweise. Bitte nehmen Sie für weitere Informationen oder Assistenzen Kontakt mit uns auf.
Einige Inputs finden auf Englisch statt. Eine Übersetzung wird angeboten. Bitte melden Sie Ihren Bedarf bei uns an.

 

Vorläufiges Programm

Tagung: 10:00-17:00h / Anmeldung ab 9:30Uhr

1. Teil

  • Inputs

Einführendes Input: "Lauter!Stärker!Weiter! Baustellen der Geschlechterdemokratie"
Dr. Ines Kappert, Leiterin des feministischen Gunda-Werner-Instituts in der Heinrich-Böll-Stiftung

Den Roll-Back stoppen – Polen, PIS und Feminismus
Kazimiera Szczuka, polnische Literaturkritikerin, Fernsehjournalistin und Aktivistin der Feminismus-Bewegung. Sie berichtet über die „Czarny-Proteste“, bei der sich2016 zehntausende Frauen erfolgreich gegen eine Verschärfung der Gesetze zur Abtreibung engagierten.

Hayır! Feminismus unter Erdogan
Sibel Schick, freie Autorin zu den Themen Frauenrechte, Minderheitenrechte und Pressefreiheit. Sie diskutiert die Lage feministischer Aktivistinnen in der Türkei zwischen Repression und Widerstand. Sie stellt dabei auch ihre eigenen online Anti-Sexismus-Projekte vor.

Lebensschützer gegen Menschenrechte
Input der feministischen Gruppe e*vibes€ zu den Protesten in Annaberg-Buchholz

Einmischen erwünscht- Gleichstellung in Sachsen
Katja Meier, MdL, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Sie stellt ihre Perspektiven auf die Geschlechterdemokratie in Sachsen vor und diskutiert feministische und anti-feministische Politik in Sachsen.

                                                               - Mittagspause -

2. Teil

  • Workshops

Taking Care. Geimeinsam Sorge tragen. Am Beispiel von solidarisch organisierten Wohnprojekten
Charlotte Hitzfelder, Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V.
Mit wie vielen Menschen lebst du zusammen? Wer kocht? Wer repariert den kaputten Toaster? Ausgehend von unseren persönlichen Erfahrungen in der Organisation von Sorgearbeiten (Care), werfen wir einen Blick auf alternative Wohnformen und wie wir Sorge-Arbeiten neu denken können und müssen.

Armut ist alleinerziehend
Brundhild Fischer, Landesfamilienverband Selbsthilfegruppen Alleinerziehender (SHIA) e.V.
Wie äußern sich die strukturellen Rahmenbedingungen, unter denen speziell alleinerziehende Mütter und ihre Kinder leben? Welche Faktoren spielen eine entscheidende Rolle? Welche Folgen haben diese Lebensumstände? Wir betrachten die gesellschaftliche Situation und die Folgen des Drucks, unter dem Alleinerziehende stehen und werfen einen kritischen Blick auf bestehende Hilfsangebote.

Bündnisse auf Augenhöhe - Partizipation von Frauen* mit und ohne Migrationsgeschichte in Sachsen
Breschkai Ferhad, Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen (NeMO)
Welche Voraussetzungen braucht es um migrantische Selbstorganisation von Frauen in Sachsen zu ermöglichen? Wie können wir gut zusammenarbeiten? Breschkai Ferhad diskutiert mit uns über In- und Exklusionen, sowie Möglichkeiten der strukturellen Veränderung und Transformation.

Queer in Sachsen: Vernetzt sein. Präsent sein. Sichtbar sein.
Britta Borrego & Martin Wunderlich, LAG Queeres Netzwerk Sachsen
LSBTTIQ* in Sachsen? Angesichts diskriminierender Einstellungen, Äußerungen und Übergriffe in Sachsen schauen wir uns die Argumente und Netzwerke dieser Akteur*innen an. Auf Basis unserer Erfahrungen wollen wir Möglichkeiten erspinnen, geschlechtliche und sexuelle Vielfalt präsenter, sichtbarer und lebbarer zu machen.

Wo andocken? Strukturen des feministischen Engagements in Sachsen
Karin Luttmann, Landesstelle für Frauenbildung und Projektberatung in Sachsen
Vereine, Verbände, Frauenbildung als Empowerment, feministische Netzwerke, Online-Platform "GenderKalender", Bündnisse für Aktivismus auf der Straße...All das sind Teile der feministischen Landschaft Sachsens. Doch wie steht es um Fördermöglichkeiten? Welche Kooperationen zwischen Institutionen und Zivilgesellschaft sind möglich? Und wo und wie kann ich mich persönlich einbringen?

Abschlusspanel: "Pride, Props, Powerplay: Wie Feminismus Verstärkung findet"