Topografie des Stalinismus: Zur Aufarbeitung der Repressionsgeschichte in Georgien

Topografie des Stalinismus: Zur Aufarbeitung der Repressionsgeschichte in Georgien

Podiumsdiskussion mit:

Omar Tushurashvili, Leiter der staatlichen Archivverwaltung im georgischen Innenministerium
Lasha Bakradze, Soviet Past Research Laboratory, Tbilisi
David Gogishvili, Soviet Past Research Laboratory, Tbilisi
Giorgi Kldiashvili, Soviet Past Research Laboratory, Tbilisi

Moderation: Walter Kaufmann, Heinrich-Böll-Stiftung

Stalin wird in Georgien entweder als großer Sohn des Landes gefeiert oder verschwiegen. Die Aufarbeitung des Stalinismus war im Geburtsland des Diktators bislang kein Thema. Doch mittlerweile verändert sich etwas: Im Juni dieses Jahres stürzte die Regierung von Präsident Micheil Saakaschwili das monumentale Stalindenkmal im Zentrum von Gori, der Geburtsstadt Stalins, vom Sockel.

Eine Gruppe von acht jungen Historikern aus Tiflis nutzt den politischen Abgrenzungswillen der Regierung gegenüber der sowjetischen Vergangenheit
und die damit verbundene Zugänglichkeit der Archive, um das Thema „Aufarbeitung des Stalinismus“ in Georgien voranzutreiben. 2009 gründeten sie das unabhängige „Soviet Past Research Laboratory“. In mühsamer Kleinarbeit in staatlichen und privaten Archiven sowie durch Interviews mit Zeitzeugen schafft das von der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützte „Laboratorium“ Grundlagen für die differenzierte Erforschung des Phänomens „Stalinismus“ und seinen Auswirkungen auf die georgische Gesellschaft.

Seit 2009 bietet das „Soviet Past Research Laboratory“ unter dem Titel „Topografie des Roten Terrors“ Stadtführungen zu Orten stalinistischer Repression an.

Die Historiker vom „Soviet Past Research Laboratory“ laden zu einem virtuellen Rundgang ein und berichten über Rahmenbedingungen der Aufarbeitung des Stalinismus in Georgien.