Viacrucis Migrante – Kreuzweg der Migrant_innen

Viacrucis Migrante – Kreuzweg der Migrant_innen

Die Migrant/innenherberge "La 72" in Tenosique, Mexiko
Creator: Hauke Lorenz. All rights reserved.

Zwischen 140.000 und 400.000 Menschen durchqueren unterschiedlichen Schätzungen zufolge jährlich ohne Papiere Mexiko, um in die USA zu gelangen. Die meisten von ihnen kommen aus Zentralamerika. Im Dokumentarfilm „Viacrucis Migrante – Kreuzweg der Migrant_innen“ von Hauke Lorenz kommen Menschen aus Honduras, El Salvador und Guatemala zu Wort, die vor der Gewalt, Unsicherheit und Perspektivlosigkeit in ihren Heimatländern fliehen. Auf ihrem Weg in Richtung USA finden sie Unterschlupf und Unterstützung in der Migrant/innenherberge „La72“ in Tenosique im südöstlichen mexikanischen Bundesstaat Tabasco. Hier kommen sie ein paar Tage unter, erholen sich von den Strapazen ihrer Reise, warten auf Freunde oder Angehörige, erhalten Unterstützung gegenüber Migrationsbehörden.

„La 72“ wurde 2011 vom Franziskanermönch Fray Tomás Gonzales Castillo gegründet. Der Name erinnert an die im Sommer 2010 in Tamaulipas im Norden Mexikos gefundenen Leichen von 72 Migrantinnen und Migranten aus Mittel- und Südamerika. Sie fielen den Zetas zum Opfer, einem der mächtigsten Drogenkartelle Mexikos, zu deren Geschäft auch der Wegezoll und die Entführung Schutzloser gehört, um Lösegeld von deren Familien zu erpressen. Dieses Massaker war kein Einzelfall. Regelmäßig werden Migrant/innen auf der Durchreise durch Mexiko Opfer von Raubüberfällen, Entführungen, Vergewaltigungen und Mord. Oft geht diese Gewalt von Gruppen des Organisierten Verbrechens aus, doch auch staatliche Sicherheitskräfte wie Grenz- oder Polizeibeamte zählen zu den Täterkreisen. In der Karwoche machen sich Priester, Aktivist/innen und Migrant/innen in einer Karawane gemeinsam auf den Weg durch Mexiko. Der im ganzen Land von katholischen Geistlichen inszenierte Kreuzweg Christi will dabei Schutz vor Übergriffen durch Polizei und organisierte Kriminalität bieten , zugleich aber auch auf die Gefahren und Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen, denen die Migrant/innen in Mexiko ausgesetzt sind.

Das Team von „La72“ leistet ebenso wie weitere  Herbergen entlang der Migrationsrouten in Mexiko  humanitäre Hilfe. Sie unterstützen Migrant/innen bei Asylanträgen, verfolgen Menschenrechtsverletzungen und setzen sich für eine menschenwürdige Migrationspolitik ein.

Fray Tomás González und Hauke Lorenz sind zu Gast, um nach der Vorführung über den Film und die Arbeit der Herberge „La72“ zu diskutieren.
Moderation: Erika Harzer, Autorin

Die Veranstaltung bildet den Auftakt für die Tagung „Für das Recht auf legale Wege - Solidarität und Unterstützung für Geflüchtete in Mexiko und Europa“ am 18. Oktober 2016

 

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht notwendig.

 

Weiterführende Informationen:

 

Kontakt und Information:
Ines Thomssen
Referat Lateinamerika, Heinrich-Böll-Stiftung
E thomssen@boell.de
T 030 285 34 324

 

Diese Veranstaltung wird u.a. realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin