Wer bettelt da? Und warum?

Wer bettelt da? Und warum?

Fachgespräch anlässlich einer lokalen Betteldebatte in Dresden
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Angebot für Journalist_innen, Sozialarbeier_innen, Lokalpolitiker_innen und Medienschaffende
Markus End (Politologe und Vorsitzender der Gesellschaft für Antiziganismusforschung) und Gjulner Sejdi (Vorsitzender von Romano Sumnal - Verein für Roma in Sachsen und Mitarbeiter RomaRespekt)

Sinti und Roma sind immer wieder Gegenstand der Berichterstattung. Ob im Zusammenhang mit der Migration aus neuen EU-Ländern nach Deutschland, mit Betteln, Straßenmusik, mit Kriminalität oder im Zusammenhang mit Kulturveranstaltungen: Selbst in gut recherchierte Medienbeiträge schleichen sich oft stereotype Bilder, Ungenauigkeiten und Fehler ein. Sobald es um die größte Minderheit in Europa geht, ist es scheinbar leicht, ins Fettnäpfchen zu treten. Das ist uns Anlass Hilfestellungen zu bieten.

· Einführung in die die diversen Lebensrealitäten von Sinti und Roma als Minderheit in Sachsen
· Welche medialen Mechanismen bewirken möglicherweise eine Reproduktion von Stereotypen und wie kann ich sie vermeiden?
. Welche Interpretationsangebote ergeben sich aus einer Berichterstattung bspw. über Betteln oder Staßenmusik?
· Welche Gefahren gibt es bei Pressefotografien und Archivmaterial?
· In welchen Fällen ist es angebracht auf eine Minderheitenzugehörigkeit hinzuweisen und in welchen Fällen nicht?

Mit diesem Angebot reagieren wir auch auf die vielen Anfragen, die wir immer wieder von Medienschaffenden bekommen. Neben einer kurzen Einführung in das Themenfeld werden unterschiedlichste Fallbeispiele besprochen und diskutiert. Dabei steht immer die Frage im Raum, wie eine nicht-stereotype, minderheitensensible und diskriminierungsfreie Berichterstattung aussehen kann.

Die Teilnahme ist kostenfrei mit vorheriger Anmeldung unter
info@weiterdenken.de möglich.
Betreff: Anmeldung Fachgespräch „Wer bettelt da? Und warum?“
Anmeldeschluss: 30. August 2017
Maximale Anzahl der Teilnehmenden: 25

ORT: Stadtteilhaus Dresden-Äußere Neustadt e.V., Prießnitzstraße 18, Dresden

Die Bettellobby Dresden ist in Gründung, ein Netzwerk verschiedener Initiativen u.a. Gruppe gegen Antiromaismus, Sächsischer Flüchtlingsrat e.V., Treberhilfe Dresden, gruppe polar, FAU Dresden, RomaRespekt, Romano Sumnal - Roma-Verein-Sachsen uvm.

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation mit Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen.

* Markus End ist Diplom-Politologe und Doktorand an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld, Vorsitzender der Gesellschaft für Antiziganismusforschung und seit 2017 Lehrauftragter an der Hochschule Hannover. Er arbeitet am Dissertationsprojekt: "Das soziale Phänomen des Antiziganismus. Theoretisches Verständnis, empirische Analyse, Präventionsmöglichkeiten".

* Gjulner Sejdi ist Vorsitzender von Romano Sumnal - Verein für Roma in Sachsen und Mitarbeiter bei RomaRespekt – Lokalrecherchen und Empowerment.
Er engagiert sich für die Rechte von Roma. Selbst gebürtiger Rom kam er 1991 infolge des Jugoslawienkriegs nach Deutschland. Romano Sumnal ist die einzige Selbstorganisation von Roma im mitteldeutschen Raum. Er setzt sich für die Rechte von Roma ein, macht Lobbyarbeit für diese Bevölkerungsgruppe und fungiert als Ansprechpartner. Für seinen jahrelangen Einsatz zeichnete ihn das Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt als Botschafter für Demokratie und Toleranz aus.