Workshop Samstag, 10. März 2018 in
Berlin

Wie beeinflusst Deutschland die Politik der Weltbank?

Datum, Uhrzeit
Sa., 10. März 2018,
10.00 – 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Die Weltbank ist durch die Strukturanpassungsprogramme in den 1980er Jahre und ihre neoliberale Agenda des Washington Konsensus immer wieder stark in die Kritik geraten. Auch heute berichten Medien von Landvertreibungen, Menschenrechtsverletzungen und mangelnden Sozialstandards im Zusammenhang mit Projekten der Weltbankgruppe. Andererseits hat sich die Weltbank zwei ambitionierte Ziele auf die Fahnen geschrieben: die Reduzierung der extremen Armut bis auf 3 % der Weltbevölkerung bis 2030 sowie die Verwirklichung von "geteiltem Wohlstand", d.h. eine Einkommenssteigerung der ärmsten 40% der Bevölkerung in jedem Land. Die Weltbank ist international eine gefragte Kreditgeberin, schnellere Krisenmanagerin (u.a. in der Ebola-Krise) und führt mit ihren wissenschaftlich fundierten Forschungen den internationalen Entwicklungsdiskurs auf vielen Themengebieten an. Spiegelt dieser Riesentanker mit mehr als 10.000 Mitarbeiter*innen in 120 Büros auf der Welt nur die US-amerikanischen Interessen wider? Wie gestalten und beeinflussen die Mitgliedsstaaten, Kreditnehmer- und Geberländer die Politik der Weltbankgruppe? Wie sieht Agenda-Setting bei der größten internationalen Entwicklungsinstitution praktisch aus? Wie schmiedet man strategische Allianzen, verhandelt politische Verpflichtungen und überprüft die Ergebnisse der Weltbankgruppe?
Diese und mehr Fragen werden bei dem eintägigen Seminar diskutiert. Dabei werden Einblicke in die politische Steuerung und das Agenda-Setting Deutschlands am Beispiel der Weltbankgruppe gegeben.
Neben Impulsreferaten zur Weltbankgruppe als Institution und den internationalen Verhandlungen am Beispiel der Wiederauffüllungsverhandlungen der International Development Association (IDA), dem Weltbank-Fonds für die ärmsten Länder, wird anhand von Übungen und Rollenspielen die praktische Arbeit der politischen Steuerung, Verhandlungen und des Agenda-Settings verdeutlicht und kritisch beleuchtet.

Referent*innen:
Dr. Judith Hoffmann
Oliver Lorenz

Realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.