Wissenschaftscafé: Individuelle Freiheit und / oder gesellschaftliche Verantwortung?

Wissenschaftscafé: Individuelle Freiheit und / oder gesellschaftliche Verantwortung?

Nachhaltigkeit als Probe aufs Exempel

Nachhaltigkeit – als Aufgabe und Verpflichtung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erscheint sie, von mehr oder minder skurrilen Ausnahmen abgesehen, weithin unbestritten, wenn nicht gar alternativlos. Denn wer würde nicht den Raubbau an den natürlichen und kulturellen Lebensgrundlagen heutiger und damit auch künftiger Generationen verurteilen? Wer wäre nicht gegen die Erderwärmung und den dadurch dro-henden Anstieg des Meeresspiegels, der Millionen Bewohner gefährdeter Küstenregionen zur Flucht trei-ben würde? Wer kann schon jetzt guten Gewissens weiter mit ansehen, wie Dürren und Unwetter um sich greifen – und dies inzwischen auch dort, wo man sich bis dato davor sicher wähnte?

Soweit, so gut! Aber welche Einschränkungen würden wir – beispielsweise hier in Hamburg – ganz konkret in Kauf nehmen, um solche weltweit bedrohlichen Entwicklungen verhindern zu helfen? Oder zumindest einen Beitrag dazu zu leisten? Wieweit wären wir bereit, unsere gesellschaftliche Verantwortung wahrzu-nehmen und unsere individuelle Freiheit zugunsten der Freiheit künftiger Generationen einzuschränken? Wer dies im Interesse von „Nachhaltigkeit“ fordert und propagiert, sieht sich sehr schnell dem Vorwurf  dogmatischer Besserwisserei, schulmeisterlicher Belehrung, doktrinärer Umerziehung und  der Gefährdung individueller Freiheitsrechte ausgesetzt. Nachhaltigkeit als politische und gesellschaftliche Herausforde-rung wird damit zum Prüfstein unseres Verständnisses von Freiheit und Verantwortung!

Das gilt in besonderer Weise für die Universität Hamburg. Denn indem sie sich auf den Weg zu einer „Universität der Nachhaltigkeit“ begeben hat, will sie erklärtermaßen ihren Teil dazu beitragen, die Gesell-schaften der Gegenwart so zu gestalten, dass deren berechtigten Interessen entsprochen und zugleich ihr künftiger Entfaltungsspielraum gesichert und gestärkt werden kann. Als wissenschaftlicher Einrichtung stellt sich der UHH damit vor allem die Frage, wie ein reflektierter Umgang mit dem eigenen Handeln, ins-besondere mit der eigenen Forschung und Lehre auszusehen hat, der deren gesellschaftlicher Einbindung und Verantwortung Rechnung trägt, ohne gegen das Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit zu verstoßen? Nachhaltigkeit wird damit zum Prüfstein ihres eigenen universitären Selbstverständnisses.

Das Wissenschaftscafé lädt dazu ein, sich mit dieser komplexen Thematik über Fachgrenzen hinweg in ungezwungenem Ambiente konstruktiv auseinanderzusetzen.

Ort: Gästehaus der Universität Hamburg, Rothenbaumchaussee 34

Diskussion auf dem Podium und mit dem Publikum mit

Dr. Willfried Maier - Senator a.D.
Prof. Dr. Kai-Uwe Schnapp - Politikwissenschaftler, Universität Hamburg
Susanne Mira Heinz - Wissenschaftl. Mitarbeiterin sustainable innovation, TU-Harburg

Moderation: Angela Grosse - Wissenschaftsjournalistin Hamburg

Eine Kooperationsveranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Hbg. e.V. mit dem Kompetenzzentrum Nachhaltige Universität (KNU).

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Im Anschluss (etwa ab 20.15 Uhr) besteht die Möglichkeit zu einem Austausch und zum Kennenlernen in kleinen Runden bei einem Imbiss.