Wo bleibt die Sorge? Für eine (Re-)Politisierung der Sorge-Arbeit

Wo bleibt die Sorge? Für eine (Re-)Politisierung der Sorge-Arbeit

Seit Jahrzehnten problematisieren Feministinnen theoretisch wie praktisch den gesellschaftlichen Status von Sorge-Arbeit. Obwohl diese Arbeit für das (Über-)Leben der Einzelnen sowie der Gesellschaft im Gesamten unabdingbar ist, hat diese Arbeit nach wie vor eine enorm unsichtbare und deregulierte Existenz. Dies zeigt sich insbesondere in der veränderten Organisationsweise von Sorge-Arbeit, die in den letzten Jahrzehnten stattgefundenen hat. Während heute anders als in der frühen BRD zahlreiche Sorge-Arbeiten bezahlt über den Markt organisiert sind, hat die Bezahlung der Arbeit gerade nicht eine Aufwertung oder Besserstellung der Arbeit oder gar zu verbesserten Arbeitsbedingungen führen können. Vielmehr zeichnen sich die meisten bezahlten Sorge-Arbeitsverhältnisse, wie die unbezahlten, durch extrem prekäre Arbeitsbedingen aus, die den Sorge-ArbeiterInnen in den seltensten Fällen eine angemessene Existenzsicherung ermöglichen.

Doch wie kommt es dazu, dass Sorge-Arbeit einen derart problematischen gesellschaftlichen Stellenwert hat? Sind dafür allein normative Vorstellungen und Leitbilder über Sorge, Haushalt, Familie, Frauen und/oder Geschlecht verantwortlich? Oder müssen wir diese Entwertung vielmehr mit der Struktur der Produktions- und Geschlechterverhältnisse in Zusammenhang bringen?

Neben der Diskussion dieser Fragen, die den sozio-ökonomischen Status der Sorge-Arbeit betreffen, wird der Workshop die Möglichkeit eröffnen, ausgehend von den eigenen biographischen Lebenserfahrungen die Perspektive auf den Bereich der Sorge zu erweitern sowie eine Verknüpfung herzustellen zwischen gesellschaftlicher Struktur und individueller Lebensgestaltung. Letztlich wollen wir in dem Workshop der Frage nachgehen, wie eine (Re-)Politisierung der Sorge-Arbeit aussehen könnte, die 'gute' Sorge-Bedingungen für alle Beteiligte ermöglichen könnte.

Seminarleitung:

Anna Hartmann (Diplom Sozialwissenschaftlerin)

Der Workshop ist kostenfrei.

Er ist teilnahmebegrenzt auf 15 Frauen. Wir bitten deshalb nur um wirklich verbindliche Anmeldungen.

Infos im Bildungswerk: Birgit Guth, guth@bildungswerk-boell.de

Dies ist eine Veranstaltung des Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung (Arbeitskreis Frauenpolitische Bildung).

Sie wird realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.