Vortragsreihe Montag, 25. Juni 2018 in
Berlin

X-Berg

Kreuzberg als Mythos

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Datum, Uhrzeit
Montag, 25. Juni 2018, 19.30 Uhr – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Teil der Reihe
Auf der Höhe - Diagnosen zur Zeit
Livestream
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Sicher, heute ist alles anders als in den seligen 80er Jahren, von denen die Nachgeborenen nur die popkulturellen Ikonen kennen - Herr Lehmann und Seyfried, Liebling Kreuzberg, Yok und Ton Steine Scherben. Trotzdem sind die zehn Quadratkilometer zwischen Halleschem Tor und Oberbaumbrücke noch immer mehr als einfach ein besonders diverser Stadtteil. Berlin-Kreuzberg, das ist das Nebeneinander von arm und reich, von Geflüchteten, Zugezogenen und Alteingesessenen. Die multiethnische, multireligiöse Gesellschaft und ihre Widersprüche, Immobilienspekulation und Protestkultur, Tourismus und Urban-Gardening – nebeneinander, miteinander, gegeneinander.

All das wird anscheinend vom Mythos Kreuzberg zusammengehalten. Es ist die Selbsterzählung des Stadtteils, die ihn für viele Menschen so anziehend macht. Politisch ist er ein höchst umstrittenes Symbol. Während die einen in Kreuzberg die Inspirationsquelle für ein multikulturelles Zusammenleben sehen, scheint für die anderen hier das Herz des „links-grün-versifften“ Deutschlands zu schlagen.

Wir bitten den Publizisten Mark Terkessidis um eine kulturelle Vermessung dieses Ortes und seiner Legenden. Wir fragen: Worin genau besteht Kreuzbergs Mythos? Welche Funktionen erfüllt er für das Zusammenleben im Stadtteil? Verdeckt er Probleme? Oder lassen sich die Widersprüche, die hier aufeinandertreffen, nur in einer solchen Erzählung einhegen?

Mit:

  • Mark Terkessidis

 

Mark Terkessidis lebt in Kreuzberg. Er ist Publizist und Migrationsforscher. Zuletzt erschien bei Reclam sein Buch Nach der Flucht. Neue Ideen für die Einwanderungsgesellschaft.

 

Hintergrund
In welcher Welt leben wir? So banal es klingt, es gehört zum Schwierigsten, Abstand zu gewinnen – auf die Höhe zu gehen – um das eigene Jetzt klarer zu sehen. Zeitgeistige Bestseller gibt es viele, erhellende Zeitdiagnosen sind selten. Schauen wir also, wo interessante Perspektiven auf unsere Gegenwart eröffnet werden. Versuchen wir einen ungewohnten, gerne auch schrägen Blick, der uns die Gegenwart anders sehen lässt. 35 Jahre nach den "Stichworten zur 'geistigen Situation der Zeit'" nehmen wir mit der Vortragsreihe "Auf der Höhe" das Experiment nochmals auf. Abermals fragen wir Intellektuelle zu zentralen gesellschafts- und kulturdiagnostischen Stichworten unserer Zeit. In den nächsten Monaten und Jahren buchstabieren wir das Alphabet durch, von A wie Authentizität über D wie Drastik, J wie Jugend, ewige bis R wie Resonanz und Z wie Zombie. Hier geht es zum Videoarchiv der Reihe "Auf der Höhe - Diagnosen zur Zeit".

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht notwendig.

 

Kontakt:
Stephan Depping
E-Mail: depping@boell.de
Telefon 030-285 34 223

In Medienpartnerschaft mit taz und Freitag.