Podiumsdiskussion Dienstag, 04. September 2018 in
Berlin

Zwischen den Welten

Israel und die Geschichte der Jüdinnen und Juden aus den arabischen Staaten

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Datum, Uhrzeit
Dienstag, 04. September 2018, 18.30 Uhr – 21.45 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Sprache
Englisch
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin

Podiumsdiskussion mit Lesung und Filmvorführung

Fès, Casablanca, Rabat -  über 250.000 Jüdinnen und Juden lebten in der Mitte des 20. Jahrhunderts noch in Marokko. Die dortige Gemeinde blickte auf eine jahrtausendealte Geschichte und reiche Tradition zurück. Bis in den 1950er und 1960er Jahren die Jüdinnen und Juden in einer massiven Auswanderungswelle das Land verließen und eine Leerstelle in den Dörfern und Städten Marokkos zurückblieb.

Mit unserer Veranstaltung zur Auswanderung der jüdischen Gemeinde aus Marokko möchten wir uns mit diesem Bruch in der marokkanischen Geschichte auseinandersetzen, die sich ebenso intensiv auf den noch jungen israelischen Staat auswirkte. Denn in das noch im Aufbau befindliche Israel immigrierten zeitgleich ebenfalls der Großteil der jüdischen Gemeinden aus den anderen mehrheitlich muslimischen Staaten des Nahen Ostens. In Israel selbst standen die Traditionen der „Mizrahim“ im starken Kontrast zu der bereits etablierten israelischen Identität der zumeist aus Europa eingewanderten israelischen Eliten.

Der Film „Tinghir to Jerusalem: Echos from the Mellah“ beschäftigt sich mit der Leerstelle, die durch die Massenauswanderung der marokkanischen Jüdinnen und Juden in der marokkanischen Gesellschaft entstand. Er beschreibt eingehend das frühere Zusammenleben der verschiedenen Religionsgruppen in Marokko und führt diese Eindrücke mit der Lebensrealität marokkanisch-stämmiger Jüdinnen und Juden im heutigen Israel zusammen.

Mit unseren Gästen möchten wir in der darauffolgenden Diskussion auf folgende Fragen zu sprechen kommen: Wie blicken junge Jüdinnen und Juden in Israel heute auf ihre marokkanische Familiengeschichte? Was zieht israelische Tourist/innen und Pilger/innen nach Marokko? Und warum wurde ausgerechnet in Marokko das erste jüdische Museum der arabisch-sprachigen Welt eröffnet?

Mit:

  • Daniel Ben-Simon (Autor und ehem. Knessetabgeordneter, Israel)
  • Professorin em. Henriette Dahan Kalev (Feministin und Mizrahi-Aktivistin, Israel)
  • Kamal Hachkar (Historiker und Regisseur von „Tinghir to Jerusalem“, Marokko/Frankreich)

Moderation:
Dr. Ellen Ueberschär (Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, Deutschland)

Sprache: Englisch, Film mit englischen Untertiteln


Programm

Dienstag, 04. September 2018, 18.30 Uhr - 21.45 Uhr

18.00    Anmeldung

18.30    Begrüßung durch Dr. Ellen Ueberschär (Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, Deutschland)

18.35    Lesung durch Daniel Ben-Simon: „The Immigrant: From Morocco to Israel“

19.00    Format: Podiumsdiskussion

20.30    Filmvorführung „Tinghir to Jerusalem: Echos from the Mellah“ von Kamal Hachkar

21.45    Ende der Veranstaltung

Information:    
Niko Pewesin, Referent Israel, Palästina, Jordanien und Ägypten, Heinrich-Böll-Stiftung
E-Mail: pewesin@boell.de