Dienstag, 08. April 2008 – Dienstag, 29. April 2008

Fotoausstellung: „Unfinished Business – Afghanistan aus dem Blick des Anderen“

Datum, Uhrzeit
Dienstag, 08. April 2008, 19.30 Uhr – Dienstag, 29. April 2008, 00.00 Uhr
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin

Mit Fotografien von
Massoud Hossaini, Farzana Wahidy, David Bathgate, Martin Gerner





Di 8.4.08
19.30 Uhr Vernissage/Eröffnung mit anschließender Diskussion

Afghanistan ist politisch und kulturell sehr vielfältig. Unterschiedliche Sprachen, Ethnien, Glaubensrichtungen und Herrschaftsvorstellungen spiegeln eine jahrtausendealte Geschichte wider. Dennoch existiert in unserer Gesellschaft ein Bild von Afghanistan, das von Krieg, Gewalt und islamistischem Fundamentalismus bestimmt wird. Unser Blickwinkel lässt nur allzu oft die Menschen außen vor, hält ihre Emotionen und Hoffnungen im Verborgenen. Die Fotoausstellung „Unfinished Business – Afghanistan aus dem Blick des Anderen` überwindet diese eingeschränkte Sichtweise und bietet die Möglichkeit, das Land aus einer etwas anderen, vor allem menschlicheren Perspektive zu betrachten. Die Ausstellung zeigt Bilder, die den Blick auf einen „normalen ` und dadurch faszinierenden Alltag in Afghanistan eröffnen.

Im Mittelpunkt stehen die Arbeiten von zwei jungen afghanischen Fotojournalisten: Eine von ihnen ist die Fotografin Farzana Wahidy aus Kabul, deren ausdruckstarke Bilder Aufbruch wie Identitätssuche beschreiben. `Manchmal kann man eine echte Geschichte aus Afghanistan nur dann erzählen, wenn man eine afghanische Frau ist`, so Farzana Wahidy.

Auch für den deutschen Journalist Martin Gerner, der die Ausstellung initiiert hat, steht fest, dass afghanische Fotografen die Dinge näher und authentischer einfangen können als ihre internationalen Kollegen. „Das hat damit zu tun, dass sie keine kulturelle Barriere überwinden müssen`, so Gerner, der seit vielen Jahren in Afghanistan fotografiert. „Die Bilder afghanischer Fotografinnen vermitteln eine Ahnung davon, dass es einen afghanischen Feminismus gibt. Dieser musste nicht erst importiert werden.`

Die Ausstellung steht im Zeichen des kulturellen Dialogs zwischen Deutschland und Afghanistan. Zur Vernissage findet eine Diskussion über die Arbeitsbedingungen von Fotojournalisten in Afghanistan statt. Die Bedingungen für Reporter und Journalisten haben sich zuletzt kontinuierlich verschlechtert.