Donnerstag, 06. Dezember 2007

Tagung: Diagnose - Weiblich

Datum, Uhrzeit
Donnerstag, 06. Dezember 2007, 16.00 Uhr
Veranstalter/in
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Nur zögerlich nimmt die Öffentlichkeit zur Kenntnis, dass es, abgesehen vom Fortpflanzungssektor, im medizinischen Bereich bisher wenig geschlechtsspezifische Untersuchungsmethoden und Therapien gibt. Das Geschlechtsmerkmal „weiblich“ bedeutet hier noch immer eine Abweichung von der Norm.

Die Folge ist ein erhöhtes Gesundheitsrisiko. Bei Frauen wurden beispielsweise Herzinfarkte lange Zeit zu spät oder gar nicht als solche diagnostiziert und behandelt, weil die weiblichen Symptome andere sind als die des männlichen „Normalpatienten“. Die Dosierung von Medikamenten wird gewöhnlich an männlichen Testpersonen erprobt und in gleicher Höhe weiblichen Patienten verabreicht, obwohl der weibliche Körper anders aufgebaut ist und anders reagiert als der männliche. In der Ausbildung des medizinischen Personals finden die Erkenntnisse der Geschlechterforschung noch immer unzureichend Berücksichtigung.

Die Veranstaltung will die Debatte über diese für Frauen so wichtigen Themen fördern. Sie will dazu beitragen, die Problematik einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Sie möchte außerdem Frauen dazu ermutigen, im Bedarfsfall eine geschlechtsspezifische medizinische Behandlung auch einzufordern.

Die Veranstaltung beginnt mit drei Impulsreferaten aus
den Bereichen Medizin, Pharmaindustrie und Gesundheitspolitik. Anschließend haben Sie Gelegenheit, in einer von vier Arbeitsgruppen zu den Themenfeldern der Referate sowie zum frauengesundheitspolitischen Engagement des Feministischen  FrauenGesundheitsZentrums mit kompetenten Fachfrauen zu diskutieren, notwendige Schritte und Maßnahmen zu erfragen und Aufträge zu formulieren, die Sie ihnen mit auf den Weg geben wollen. Diskutieren Sie auch darüber, wie Sie als Bürgerinnen und Bürger zur Verbesserung der gegenwärtigen Situation beitragen können.

Podiumsteilnehmerinnen:
Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek, Zentrum für Geschlechterforschung in der Medizin
Dr. Elizabeth Storz, Verband forschender Arzneimittelhersteller
Ingeborg Simon, ehem. Referentin für Gesundheits-, Verbraucherschutz- und Seniorenpolitik der Fraktion der PDS im Berliner Abgeordnetenhaus
Petra Bentz, Feministisches FrauenGesundheitsZentrum e.V. Berlin

Moderation: Pamela Dorsch, gender+