Donnerstag, 27. September 2007

Selbstbestimmung im Dialog: Patientenautonomie – Patientenverfügung – Verantwortung

Öffentliche Tagung

Datum, Uhrzeit
Donnerstag, 27. September 2007, 12.00 Uhr – 18.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Mit:
 - Dr. Tejas Alexander (Initiative „Lahrer Kodex“ zur Patientenverfügung),
 - Prof. Christoph Müller-Busch (Präsident der Deustchen Gesellschaft für Palliativmedizin, Berlin),
 - Dr. Birgit Weihrauch (Vorsitzende der Bundesarbeitgemeinschaft Hospiz)
 - Markus Rothhaar (Deutsche Hospizstiftung),
 - Peter Lack (Supervisor, Geschäftsleiter der GGG Voluntas, Basel)
- Biggi Bender (MdB, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen)
- Josef Winkler (MdB, Bündnis 90/Die Grünen)
- Dr. Meinolfus Strätling (Cardiff University)
- Gita Neumann (Humanistischer Verband Deutschlands)
- Prof. Dr. Hans-Peter Schuster (Generalsekretär Dt. Gesellschaft für innere Medizin)

Voraussichtlich im Herbst verabschiedet der Deutsche Bundestag ein Gesetz über Verbindlichkeit und Reichweite von Patientenverfügungen. Zur Entscheidung stehen fundamental konträre Auffassungen von der Autonomie des Menschen: Auf der einen Seite der Wille zur Selbstbestimmung auch in der Sterbensphase, den es zu respektieren und auch gegen die Ärzte durchzusetzen gilt; auf der anderen Seite der staatliche Schutz des menschlichen Lebens, das der Verfügungsgewalt des freien Willens entzogen bleiben soll.

Mit welcher Perspektive sollte diese Kontroverse ausgetragen werden? Geht es um die Bestätigung der einen oder der anderen fundamentalen Position? Um Autonomie als Abwehrrecht oder Lebensschutz? Oder soll die Patientenverfügung dem Ziel einer guten und würdevollen Behandlung von Patienten dienen, die sich in die Fürsorge von Ärzten und Pflegern begeben haben?

Am Respekt vor ihren Willenserklärungen und Vorausverfügungen entscheidet sich, ob Patienten Vertrauen zur medizinischen Beratung und Fürsorge aufbauen können, an die sie ihre Autonomie treuhänderisch übergeben und im Konsens mit Angehörigen, Pflegeteam und Ärzten das Therapieziel ändern und das Sterben zulassen. Eine gesetzliche Begrenzung der Selbstbestimmung auf die unmittelbare Sterbephase liefe hingegen auf einen Lebenszwang hinaus. Folge wäre ein neuer medizinischer Paternalismus und die Behinderung des nur dialogisch zu gewinnenden Vertrauens.

Auf dem Symposium sollen Kriterien für die Urteilsbildung in der aktuellen Debatte über die Patientenverfügung erarbeitet werden.

Umfangreiche Materialien zum Thema finden Sie in unserem Dossier:Selbstbestimmung im Dialog.